Weihnachten ist vorbei und Lotte macht weiter mit ihren CryptoKitties. Sie hat bis jetzt herausgefunden, wie man Kitties kauft und züchtet. Jetzt geht es darum, die Kitty Genetik zu verstehen und die richtigen Cattributes zu finden. Wie geht das?

CryptoKitty Genetik

Die Geschenke sind umgetauscht, der Markt riecht wieder nach Grillhähnchen und Wahm! sind die nächsten 10-11 Monate aus dem Radio verbannt. Weihnachten ist vorbei. Meine guten Vorsätze für das neue Jahr sind (neben irgendwas mit Essen und Sport und so) das Kittyversum komplett zu verstehen und natürlich das Züchten der perfekten CryptoKitties.

Wie geht man da am besten ran? Genau: erstmal mit Tee und Schokokeksen vor YouTube hocken.

Auch wenn die meisten Videos aus dem großen Kitty-Boom stammen, sind die Informationen zum Teil immer noch sehr hilfreich. Die Go-To Website für Analysen ist eindeutig CryptoKittyDex. KittyDex ist im Grunde genommen eine Database voller Cattributes (Eigenschaften), die von der KittyCommunity ständig gepflegt und ergänzt wird.

Cattributes auf CryptoKittyDex.com

Neben einer praktischen Suchfunktion für alle Cattributes gibt es vier Kategorien: Fancy, Rare, Mutant und Random. Fancy Kitties sind kleine Freaks mit Eigenschaften wie „Superduck“ (Entenfüße und Flügel) oder „Shipcat“ (Matrosenanzug und ein tätowiertes Pfötchen) haben. Fancies kommen nicht sehr häufig vor. Shipcats und Weihnachtselfen wurden ca. 1300 Mal gesichtet und sind damit vergleichsweise gängig. Die neuesten Fancies sind Zombies komplett mit offenem Hirn und Saum am Hals.

*must…eat…braaaaaaains*

Ganz ehrlich gesagt habe ich die anderen Kategorien noch nicht ganz verstanden. Die Mutants tragen alle ein Gen für bestimmte Abweichungen. Bei manchen bin ich mir allerdings nicht sicher, was gemeint ist. Nagetierzähne, Rentiergeweih und Alienaugen – ja. Aber warum #458975 zu den Mutanten gehört? Keine Ahnung. Ähnlich geht es mir bei den rare Kitties. Randoms sind willkürliche, normale CryptoKitties.

Die Cattributes entstehen oft in Gen0 oder Gen1 und werden an die Kittens nächster Generationen weitergegeben. Fancy Kitties haben in der Regel keine fancy Eltern. Möglicherweise tragen manche Katzen ein Fancy-Gen mit sich, vielleicht sind sie aber auch nur Easter Eggs, die man durch Zufall findet.

Zurück zum Index.

Was macht man, wenn man wirklich *alle* Kitties sehen kann? Man sucht erstmal die Eigenen. Wie immer muss mein Sherlock mitmachen. Keine Sekunde habe ich daran gedacht, etwas Neues an ihm zu entdecken. Habe ich aber, denn er hat einen sogenannten Pixel Clone. Dass jedes Kitty einzigartig ist, heißt also nicht, dass alle unterschiedlich aussehen. Es gibt ein Kitty mit anderer Genetik und dennoch den gleichen sichtbaren Cattributes. Püh. Doof.

Pixel Clones mit unterschiedlichen Nummern

Abgesehen davon kann man aber auch über die einzelnen Teile der Genetik hoveren. Manche sind vorerst noch unbekannt, aber von einigen Blöcken ist klar, dass sie Muster, Augen und Farbe bestimmen. Hier wird auch direkt angezeigt, welche rezessiven Eigenschaften bei Kittens zum Vorschein kommen können. Bei Sherlock wird unter anderem eine 12,5% Chance auf Jaguar bei Kindern angezeigt – das Muster von Dexter, der für den letzten Beitrag geboren wurde.

Muster (pattern) Genetik

Tauchen wir ins Technische. Nur nicht allzu tief.

Das Besondere an CryptoKittyDex ist die Arbeit von @kaigani. Dieser Held hat mit einer Genkartierung angefangen, um die KittyCodes zu knacken. Wie er in seinem Blog erklärt, hat er die Eigenschaften der Katzen analysiert und kam dabei zu (unter anderen) den folgenden Erkenntnissen:

  • Die Gene der Katzen sind in 12 Blöcken von 5×4 bit Codes gespeichert.
  • Jeder Block mit 4 Codes enthält vier Eigenschaften. Eine davon ist dominant, die anderen sind rezessiv, aber können an die Bebehs weitergegeben werden.
  • Fancies könnten ein verstecktes Gen im 8. Block haben und im #totesbasic könnte Platz für geheime Daten sein.
kaiganis Blog

Kai war nicht der Einzige, der sich mit der Genetik beschäftigte. Auch andere Kittyfans meldeten sich auf Reddit und anderen Plattformen, um zu helfen. Vor kurzem wurde der Artikel zur Vererbung der Eigenschaften veröffentlicht, in dem auch andere Kitty-Wissenschaftler genannt werden.

Werde ich jetzt die ganze Genetik erklären? Nein – Wer die genauen theoretischen Details wissen möchte, kann sie selber im Original studieren. Ich bleibe bei der Praxis.

Um das Wissen um die Genetik zu verwenden, brauche ich zum Glück auch nicht alles  zu verstehen und selber machen. Es wurde schon längst mit einem freundlichen Interface auf http://www.kitty.services/ gestellt. Hier brauche ich nur die Nummern von Kater und Katze eintragen und mit einem Klick werden die Eigenschaften von möglichen Kittens berechnet. Aus meiner Kollektion wähle ich Muffin und MacIntosh. Testen wir den Cattribute Predictor.

Cattribute Predictor auf kitty.services

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hatte ich mir eine Reihe von Bildern erhofft. Der Predictor spuckt aber eine graue Liste mit Eigenschaften und deren Wahrscheinlichkeit in Prozenten aus. Gelb markiert sind die Eigenschaften, die Baby #429647 (er bekommt keinen Namen, denn ich werde ihn demnächst auf dem Market Place anbieten) tatsächlich bekommen hat. Drei von den Top Cattributes waren richtig und auch #tongue wurde schon angekündigt. Ein gutes Ergebnis.

Top 5 und übrige Cattributes

Aber wie setze ich dieses Wissen in Ether um? Das ist schwieriger einzuschätzen. Ich persönlich habe #429647s Mutter wegen #tongue gekauft. Kurz danach tauchten überall Kitties mit #tongue auf, bis die Eigenschaft mit 30.000 Kitties gar keine wirkliche Seltenheit mehr war.

Erfolgreiches Züchten geht also nur mit Vorwissen und etwas Glück. Selten heißt bei normalen Kitties auch nicht automatisch beliebt – für #manx (1.900 mal gesichtet) wird im Durchschnitt 0.015 ETH bezahlt, für #sandalwood (14.346 mal gesichtet) mehr als das Dreifache: 0.053 ETH.

Manchmal kommt es aber zusammen. Nehmen wir die bisher noch relativ seltene Eigenschaft #stunned. Diese CryptoKitties haben große, runde Augen ohne Augenbrauen. Sie gucken in etwa so, wie meine analoge Katze, wenn sie ihr Reisekörbchen sieht:

Stunned

Wenn ich auf dem Market Place nach #stunned suche, bekomme ich 101 Ergebnisse. Dies stimmt auch mit der Zahl des KittyDex überein. Von den Katzen mit #stunned werden 24 zum Verkauf angeboten. Der Preis liegt zwischen 0.015 und 0.482, was relativ hoch ist, auch für Gen1 und Gen2 Kitties. KittyDex behauptet, dass sogar 0.096 ETH drin sein könnten.

Ich werde also mit dem Predictor schauen müssen, ob ich mit meinen jetzigen Kätzchen #stunned breeden kann bzw. welche Kitties ich dazu kaufen sollte.

Das nächste Mal schaue ich mich auf dem Market Place um und mache einen Wintersale – bleib dran 🙂

Ciao!

…………

FYI: @kaigani postet auch immer mal was zu anderen dApps. Zu meinem Entsetzen ist eins davon CryptoZombies – digitale Zombies die CryptoKitties fressen.

Say what?!

Hihi, so einfach lassen sich keine Kitties von der Blockchain kicken. CryptoZombies ist ein Kurs zum Programmieren von Smart Contracts in Solidity. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber mit der Technik kann theoretisch jeder seine eigene SammeldApp (wie Kitties, Zombies oder Drachen) auf der Ethereum Blockchain kreieren. Das Ganze läuft über die Loom Platform und die Designs erinnern teils an PopCaps Plants VS Zombies:

Wer es testen möchte, kann sich auf cryptozombies.io umschauen. Aber bitte *nicht meine* Kitties fressen!

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