Wie steht es wirklich um die Korrelationen im Krypto-Sektor?

Guten Beobachtern wird vielleicht aufgefallen sein, dass es in manchen Marktphasen keine allzu großen Unterschiede macht, in welche Kryptowährungen man genau investiert hat.

Der Grund dafür ist simpel.

Aufgrund der hohen Korrelationen zwischen den einzelnen Kryptowährungen, bewegen sich alle Coins quasi im Gleichschritt.

Der aktuelle und sehr starke Zusammenhang zwischen den Kryptos war nicht immer so sehr ausgeprägt und wird es tendenziell auch nicht mehr werden. Wieso das so ist, wollen wir in diesem Artikel aufklären:

Was sind eigentlich Korrelationen?

Im Sinne der Statistik beschreibt eine Korrelation die Beziehung zweier Variablen zueinander. Insofern eine positive Korrelation vorliegt, so gilt: Je mehr Variable 1, desto mehr Variable 2. Bei einer negativen Korrelation wird diese Logik vice versa angewandt. Sprich: Je mehr Variable 1, desto weniger Variable 2.

Ein passendes Beispiel für eine negative Korrelation wäre zum Beispiel: Je älter du wirst, desto geringer deine verbleibende Lebenserwartung.

Die Stärke des Zusammenhangs zwischen Variablen misst man über einen Pearson Korrelationskoeffizienten (KO). Ein KO von 1 drückt einen positiven, -1 einen negativen und 0 gar keinen Zusammenhang aus.

Wozu sind Korrelationen im Krypto-Sektor wichtig?

Eines der Alleinstellungsmerkmale von Kryptowährungen ist die sehr geringe oder sogar negative Korrelation zu traditionellen Anlageklassen. Der Bitcoin hat zum DAX, zum S&P500, zum Öl, zum Gold oder zur Staatsanleihe der Bundesrepublik Deutschland keine Korrelation. Der Pearson Korrelationskoeffizient schwankt leicht um 0.

Genau nach solchen Anlageklassen, gemeint ist die neue Anlageklasse Kryptowährungen, suchen Investoren andauernd. Denn das Beimischen von Bitcoin, Ethereum & Co ins Portfolio garantiert eine bessere Diversifikation des Portfolios. Insofern alle traditionellen Anlageklassen abstürzen sollten, so kann z.B. eine Beimischung von Kryptowährungen das Portfolio “retten”. Bereits Harry Markowitz, der Vater der modernen Portfolio Theorie, postulierte “Diversification is the only free lunch in finance”.

Des Weiteren ist der intra-Krypto Korrelationseffekt von Wichtigkeit und interessant anzusehen. Denn auch innerhalb der Kryptowährungen kann und sollte man sich, aus finanzwissenschaftlicher Perspektive, ein diversifiziertes Portfolio aufbauen und somit auf die Korrelationen achtgeben.

Krypto-Korrelationen 2018

Die intra-Krypto Korrelationen sind im Jahr 2018 stark angezogen. Dies untermauert die anfängliche Aussage des Artikels, dass wenn man eine Kryptowährung hält, man quasi auch den restlichen Markt abbildete in 2018.

Die Tabelle zeigt, dass alle analysierten Kryptowährungen positiv mit anderen Kryptowährungen korreliert sind. Die beiden größten Kryptowährungen, Bitcoin und Ethereum, korrelieren am meisten mit den anderen analysierten Kryptowährungen.

TRON hatte die schwächste positive Korrelation mit anderen Kryptowährungen. Bei der Überprüfung der Korrelationen zwischen zwei spezifischen Kryptowährungen waren die am stärksten korrelierten Paare (Koeffizient größer als 80%) Cardano/Stellar, Bitcoin/Litecoin, Monero/Ethereum, Ethereum/Litecoin und Monero/Litecoin.

Das am wenigsten positiv korrelierte Paar im Jahr 2018 war Tron/Stellar mit einem Koeffizienten von weniger als 42%. Es ist auch erwähnenswert, dass Proof of Work-Währungen dazu neigen, weniger mit anderen alternativen Konsensmechanismen zu korrelieren.

Es kann daraus abgeleitet werden, dass sich die Korrelationen in einem Bären-Markt (Marktpreise nehmen ab) erhöhen.

Zum Vergleich: Krypto-Korrelationen 2017

Das Jahr 2017 hingegen war vorwiegend von einem Bullen-Markt (Marktpreise steigen an) geprägt. Hier konnte man einen gegenläufigen Effekt beobachten, dass die Korrelationen zwischen den einzelnen Kryptowährungen auseinandergingen.

Für genauere Vergleichszwecke lohnt es sich die gleiche Analyse für 2017 durchzuführen. Es wurden nur die Kryptowährungen verwendet, die ein ganzes Jahr lang Handelsdaten aufweisen konnten, was Bitcoin, Ethereum, Ripple, Stellar, Litecoin und Monero übrig lässt.

Es überrascht vielleicht nicht, dass alle beobachteten Kryptowährungen immer noch positiv korreliert sind, aber 2017 wesentlich schwächer als 2018. Dies dürfte auf mehr Spekulationen im Jahr 2018 und ein generell größeres Handelsvolumen zurückzuführen sein. Kryptowährungen wurden eher als Handelsinstrument eingesetzt, was die Preise potenziell weiter koppelte.

Ein Ausblick: Krypto-Korrelation 2019

Im ersten Quartal 2019 haben sich die Korrelationskoeffizienten im Vergleich zum Vorjahr 2018 kaum geändert. Seit dem zweiten Quartal 2019 ist jedoch eine Verringerung der Korrelationen der verschiedenen Kryptowährungen zueinander zu verzeichnen. Dem einher geht die allmähliche Erholung des Krypto-Marktes.

Es ist spekulativ, jedoch auffällig, dass eine Reduzierung der Korrelationen einen Bullen-Markt einläuten könnte und eine Erhöhung eher einen Bärenmarkt. Diese Systematik hatten zumindest in den letzten beiden Hype-Zyklen Gültigkeit.

Mit dem Entkoppeln der Korrelationen steigt nun wieder die Attraktivität Portfolios innerhalb des Krypto-Sektors aufzubauen. Es empfiehlt sich in fundamental solide Kryptowährungen zu investieren, die vorwiegend aus den Top 20 gemäß Marktkapitalisierung auszuwählen sind.

Fazit

Die Anlageklasse Kryptos korreliert nicht mit traditionellen Anlageklassen. Aufgrunddessen eignen sich Kryptos hervorragend als Beimischung in ein bereits wohl diversifiziertes Portfolio von traditionellen Anlagewerten. Als Folge steigt der Diversifikationseffekt in einem Portfolio.

Des Weiteren existiert ein Zusammenhang zwischen den intra-Krypto-Korrelationen in Bären- und Bullenmärkten. In einem absteigenden Bärenmarkt korrelieren die Kryptos untereinander sehr stark. In einem aufstrebenden Bullenmarkt entkoppeln sich die Korrelationen unter den Kryptos zunehmend. Dies impliziert, dass die Wichtigkeit eines breit gefächerten Portfolios innerhalb des Krypto-Sektors ansteigt, wenn sich der Markt über einen längeren Zeitraum positiv entwickelt.

Wer schreibt hier?

Florian ist Co-Gründer und Autor auf Coin-Ratgeber coin-ratgeber.de. Er ist seit 2013 in der Welt der Kryptowährungen unterwegs und beschäftigt sich vor allem mit den finanz-ökonomischen Ausprägungen der noch jungen Anlageklasse. Florian betreibt Pionierforschung in der Krypto-Welt und versucht seiner Leserschaft so verständlich wie möglich wissenschaftliche Erkenntnisse der Krypto-Ökonomie beizubringen.
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Wer schreibt hier? Ich bin Patrick und bin für die Webseite und einige Grundlagen Themen zuständig. Das Krypto-Traden bringe ich mir in einer Situation bei. Meine echten Investitionen sind langfristig. Des Weiteren mache ich Videobearbeitung, Grafiken und sehr viel rund um das Projekt cointrend.de.

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Florian ist Co-Gründer und Autor auf Coin-Ratgeber coin-ratgeber.de. Er ist seit 2013 in der Welt der Kryptowährungen unterwegs und beschäftigt sich vor allem mit den finanz-ökonomischen Ausprägungen der noch jungen Anlageklasse. Florian betreibt Pionierforschung in der Krypto-Welt und versucht seiner Leserschaft so verständlich wie möglich wissenschaftliche Erkenntnisse der Krypto-Ökonomie beizubringen.