BitGrail und Nano verklagen sich, Hard Forks bei Ethereum und Monero, Krypto-Probleme in India und Pakistan und rettet zCash Venezuela? - Die Highlights der Woche

1. Opfer vom BitGrail-Hack reichen Sammelklage ein, Nano stiftet Fonds

Opfer des BitGrail Hacks am 8. Februar dieses Jahres haben eine Sammelklage gegen Nano und vier einzelne Mitarbeiter des Nano-Teams eingereicht. Die Juristenkanzlei Silver Miller Law reichte die Klage in Texas (USA) ein, wo Nano als Unternehmen registriert ist.

In der Klage machen die Anwälte das Nano-Team dafür verantwortlich, dass NANO im Wert von ca. 150 Millionen USD entfremdet werden konnten. Auch wird Nano vorgeworfen, dass Investoren empfohlen wurden, einen Account bei BitGrail zu eröffnen, obwohl es ausreichend Signale gegeben habe, dass die online Exchange nicht zuverlässig sei. Auch wird die Sicherheit des Nano-Protokolls angezweifelt und die unterlassene Hilfestellung als BitGrail nach dem Hack um einen Rescue Fork gebeten hat. Die Sammelklage umfasst 26 Seiten und ist hier nachzulesen.

Noch keine 24 Stunden später reagierte Nano mit einem Statement auf Medium. Die Firma hat einen Fonds gestiftet für Opfer des BitGrail-Hacks. Momentan steht den Opfern eine Million, perspektivisch 2 Millionen USD für Rechtshilfe zur Verfügung.

 

Kurzer Rückblick: Am 8. Februar 2018 verschafften sich Hacker Zugang zu den hot Wallets der italienischen online Exchange BitGrail. Zu der Zeit wurden über 80% aller NANO – damals noch XRB – auf der Plattform gehandelt. Investoren wurde von Nano empfohlen, sich einen Account bei BitGrail einzurichten, um an die Coins zu kommen. Insgesamt wurden etwa 17 Millionen NANO gestohlen.

BitGrail bat die Nano-Entwickler um einen Rescue Fork – einen Hard Fork in den Account-Chains der Opfer, die alle illegalen Transaktionen wieder rückgängig machen würde. Nano verweigerte und gab in einem Statement bekannt, dass die Sicherheitslücke bei BitGrail liege und kontaktierte die Polizei. Das Team behauptet, dass sie über die Zahlungsfähigkeit der Börse absichtlich fehlinformiert wurde.

BitGrail musste seine Plattform schließen, schiebt den Hack aber auf eine Schwachstelle im Nano-Protokoll. Als Zeichen guten Willens ersetzt BitGrail 20% der gestohlenen NANO und stellt den Opfern für die restlichen 80% BitGrail Shares (BGS) mit einem Gegenwert von jeweils 10.5 USD zur Verfügung.

Wer am Ende die Verantwortung tragen muss, wird sich wohl erst mit dem Urteil der Klage bzw. den Urteilen der Klagen herausstellen.

Am 09./10.04.10 hier und hier gelesen.

 

2. Ethereum überlegt Umgang mit neuen ASICs

Bitmain, die schon mal erwähnte chinesische Firma, die Hardware für Miner herstellt, hat über Twitter den Antminer E3 vorgestellt. Mit diesem Equipment sollten Ethereum Miner eine deutlich höhere Hashrate erreichen und somit schneller und effizienter minen können. Die Ethereum Community hat nicht besonders begeistert reagiert. Ähnlich wie bei Monero stehen die Benutzer und Entwickler einer Professionalisierung des Minings sehr skeptisch gegenüber.

Die Theorie: Wenn die meisten Blöcke von Minern geschürft werden, die Zugang zu teuren ASICs haben, wird das Mining insgesamt weniger dezentralisiert ablaufen. Dies führt dazu, dass bestimmte Miner oder Mining Farms zu viel Macht über die Blockchain bekommen. Zudem ist eine sogenannte 51% Attacke, in der Hacker die Transaktionen manipulieren können um z.B. eigene Coins mehrmals auszugeben.

Dass irgendwann auch für die Etherchain spezielle Chips entwickelt werden, war Mitgründer Vitalik Buterin schon recht früh bewusst. Allerdings ging Buterin davon aus, dass es zur Zeit des ersten ASIC auch schon wieder ein neues Protokoll geben würde. Das war Moneros Reaktion nach Bitmains Ankündigung von Monero-ASICs. Auch bei Ethereum gibt es in der lebhaften Github-Diskussion mehrere Stimmen für das „bricking“ des Antminer E3 (Die Hardware zu einem sinnlosen „Ziegelstein“ werden zu lassen).

Entschieden ist die Sache aber noch keineswegs. Manche bezweifeln, ob der Antminer tatsächlich so viel mehr Leistung bringt und ob viele Menschen in ASICs für Ethereum investieren wollen. Auch steht im Laufe des Jahres Casper an – eine Anpassung, die für die Verifikation von Transaktionen ein Hybridverfahren aus Proof-of-Work und Proof-of-Stake macht. Bereits seiner Gründung strebt Ethereum danach, das energieintensive Mining komplett loszuwerden. Buterin hat sich diese Woche auf einer Konferenz gegen eine Protokollanpassung von Ethereum ausgesprochen.

Am 03.04.10 hier und hier gelesen.

 

3. Monero Fork führt zu fünf neuen Währungen

Dass Monero mit dem neuen Hard Fork gegen ASICs vorgehen wollte, war schon bekannt. Dass aber mit dem Fork auch fünf neue Varianten von Monero entstanden sind, wurde im Anlauf weniger beleuchtet. In Bezug auf die ASICs war der Fork am 6. April erfolgreich – für die „normalen“ XMR Miner wurde das Schürfen bedeutend gewinnbringender.

Frage ist aber, was nun mit den neuen Währungen ist. Diese sind alle kompatibel mit dem CryptoNight ASIC Mining Equipment, was XMR ablehnte.

Monero Fork vom 6.04.18
Monero Fork vom 6.04.18

Monero Original (XMO) wurde bereits Ende März angekündigt und wird von einer Gruppe entwickelt, die sich als PoW-Fans beschreibt und auf der Seite erklärt, dass Monero 0 das eigentliche Original der Kryptowährung ist.

Monero 0 (XMZ) wurde auf Reddit angekündigt und scheint viel Wert auf Abstimmungen innerhalb der Community zu legen.

Dann gibt es noch 3 Monero Classic (XMC) auf einen und derselben Blockchain.

Das erste Projekt (XMC) kommt von Entwicklern in Singapur. Eins der Mitglieder, Bento Tan, erklärte in einem Interview mit Bitcoin Magazine, dass er die Entwicklung und Verwendung von ASICs als Teil einer gesunden Marktwirkung sieht. Das Interview haben wir auf die Schnelle nicht wiedergefunden, aber es wird von allen Nachrichtenportalen als Quelle aufgeführt.

Über das zweite Monero Classic (XMC) ist bekannt, das es von PZ gegründet wurde, ein Mitglied aus der LiteCoin Community. Das Projekt scheint auch China zu kommen und wird laut unterschiedlichen Quellen im Netz von BitMain unterstützt.

Das vierte, Monero C (CXMR) scheint schon wieder verstorben zu sein, da alle Links rund um die Währung tot sind.

Keine der neuen Währungen will mit den anderen zusammenarbeiten und alle sind eigenständig entstanden. Welche – wenn überhaupt eine – sich am Ende durchsetzen wird, können wir noch nicht einschätzen.

Am 09.04.10 u.a. hier und hier gelesen. Bild hier gesehen.

 

4. India und Pakistan gehen einen Schritt weiter auf Kryptoverbote zu

Die indische Zentralbank untersagt alle Transaktionen an Kryptobörsen und Dienstleistungen, die mit Kryptowährungen zu tun haben. Viele befürchten, dass dies der nächste Schritt zu einem allgemeinen Krypto-Verbot in India ist. Finanzbehörden gaben in letzter Zeit schon bekannt, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht als Bezahlmittel anerkannt werden.

Die größten online Exchanges im Lande, Unocoin, Coinsecure und Zebpay überlegen nun, wie sie gegen die Zentralbank vorgehen könnten und überlegen, eine Sammelklage beim höchsten Gericht einzureichen.

In dem Nachbarland Pakistan geht es ähnlich voran. Auch hier teilte die Zentralbank allen Banken und finanziellen Dienstleistern mit, dass sie nicht länger mit Krypto-Firmen oder online Exchanges zusammenarbeiten dürfen. Urdubit, die erste pakistanische online Kryptobörse hat kurz nach der Nachricht seine Plattform geschlossen – Benutzer werden darum gebeten, ihre Accounts zu schnell wie möglich zu leeren.

 

Am 06.04.10 hier, hier und hier gelesen.

 

5. zCash in Venezuela

Während die Bürger in Venezuela weiterhin stark unter der Inflation der venezolanischen Bolívar leiden, versucht zCash jetzt Hilfe zu bieten. Obwohl (neben Kryptowährungen) der amerikanische Dollar so ungefähr die einzige und letzte Rettung für die hungernden Menschen ist, hat die Regierung es so gut wie verboten, in USD zu investieren. Momentan versuchen viele Venezolaner über illegale Wege an Dollar zu geraten.

zCash versucht nun in einer Kooperation mit dem mexikanischen P2P Exchange AirTM. AirTM hat sich darauf spezialisiert, Menschen so viel wie möglich Methoden anzubieten, USD zu kaufen und verkaufen. Einzahlungen können u.a. über PayPal oder mit Bargeld gemacht werden und die Dollar werden im Auftrag gekauft, so dass die Transaktionen nicht direkt zu den Kunden zurückverfolgt werden können.

Durch Vergünstigungen versuchen AirTM und zCash so viel wie möglich Menschen zu erreichen und Transaktionen zu ermöglichen. Noch hält sich die Anzahl von zCash Transaktionen sehr in Grenzen, aber das Projekt hat gerade erst begonnen.

Nach der Einführung vom petro, die venezolanische staatliche Kryptowährung, wurden neue Sanktionen seitens der USA verhängt. Amerikanische Firmen und Personen dürfen nicht in petro investieren und darüber hinaus ist es nicht erlaubt, Gelder zur Verfügung zu stellen. Diese Sanktionen greifen aber nur bei der Regierung und offiziellen Behörden. Es steht zCash also frei, gemeinsam mit AirTM den Bürgern zu helfen. Die Frage ist nur, ob die venezolanische Regierung die Versuche nicht unterbinden wird.

Am 03.04.10 hier gelesen.

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