Die EU, India und Mastercard sehen Potential in der Blockchaintechnologie, Coinbase übernimmt Earn.com und die erste deutsche Trading App - die Highlights der Woche

1. Coinbase kauft Earn.com

Die online Kryptoexchange Coinbase hat bekanntgegeben, dass sie die Plattform Earn.com kauft. Earn.com, früher 21E6, ist eine Seite, auf der man sich anmelden kann und mit meist kleinen Aufgaben Geld in Form von Kryptowährung verdienen kann. Unternehmer können zum Beispiel um eine Frage stellen und zahlen einer gewissen Zielgruppe (Investoren, Programmierer usw.) pro Antwort einen bestimmten Betrag. Das Konzept wurde im Januar von Product Hunt ausgezeichnet.

Seit der Übernahme wurde die Seite Earn.com etwas überarbeitet – auf dem Banner auf der Homepage steht jetzt auch Coinbase dazu und wer sich die Listen anschaut, sieht, dass Krypto-Themen jetzt alle als erste gelistet werden. Die allgemeineren Listen, wie Journalisten, Wissenschaftler oder Facebook-Nutzer, sind noch vorhanden, aber stehen ganz unten.

Auch wenn keine genauen Beträge genannt werden, wird der Preis von Earn.com zwischen 100 und 120 Millionen USD geschätzt. Die Übernahme von Coinbase ist auch die Rettung der Plattform – durch den fallenden BTC-Kurs geriet der Start-up in letzter Zeit langsam in finanziellen Schwierigkeiten. Earn.com ist nicht mal der einzige Start-Up, den Coinbase diese Woche gekauft hat: auch Cipher Browser, ein dezentralisierter Browser und Ethereum Wallet, wurde ebenfalls übernommen.

Das Team von Earn.com braucht sich keine Sorge machen: Der CEO und Gründer der Plattform Balaji Srinivasan wird der technische Direktor (CTO) werden und auch die anderen Mitarbeiter werden weiterhin beschäftigt bleiben. Srinivasan besitzt einen ganzen Blumenstrauß an akademischen Titeln, ist im Vorstand des Power-Investors Andreessen Horowitz und war mit am Start der Kryptowährungen. Funfact: Um Taxi- bzw. Uber-Fahrern ein Trinkgeld in Bitcoin zu zahlen (und sie so zu Krypto zu bekehren), richtete er ihnen während der Fahrt ein Wallet ein. Es ist dann auch kein Wunder, dass Coinbase ihn unbedingt beibehalten will.

Am 17.04.18 hier und hier gelesen.

 

2. Börse Stuttgart präsentiert die deutsche Trading-App BISON

„Die erste App für den Handel mit Kryptowährungen ‚made in Germany‘“ – Mit einer schlichten Webseite und einem Gewinnspiel auf Partnerlink-Basis präsentiert die Börse Stuttgart eine neue Trading-App namens BISON, die im September live gehen soll.

Einfach, schnell und transparent soll die App sein, unterstützt werden zunächst Bitcoin, Ether, Litecoin und Ripple. Später sollten auch andere Kryptowährungen zugefügt werden. Über die normalen Trading-Funktionen hinaus analysiert die App auch live Tweets über Krypto, die immer die aktuelle Kaufstimmung rundum die genannten Währungen wiedergibt. Ein Vorgeschmack des „Kryptoradar“ wird auf der Seite gezeigt.

Wer sich ein wenig tiefer in die Nutzungs- und Teilnahmebedingungen einliest, erkennt schon bald, dass die Behauptung „keine Krypto-Wallets und keinen Papierkram. Einfach BISON herunterladen und loslegen!” nur bedingt stimmt. Natürlich greift auch bei dieser App das übliche KYC-Verfahren. Volljährigkeit, Hauptwohnsitz in Deutschland und eine verifizierte Mailadresse sind für Teilnehmer und Nutzer vorausgesetzt. Wer sich vor September bei BISON und dem Entwickler Sowa Lab als VIP anmeldet, kann am Gewinnspiel teilnehmen.

Am 17.04.18 hier und auf der Homepage hier gelesen.

 

3. European Blockchain Partnership bestätigt

Am 10. April war EC Digital Day 2018 und wurde die Europäische Blockchain Partnerschaft gegründet. Die Eurokommission bereitete das Projekt seit etwa einem Jahr vor und konnte 22 europäische Länder für die Zusammenarbeit gewinnen. Unter ihnen sind die meisten EU-Mitgliedstaaten. Teilnahmeberechtigt sind alle Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), so dass auch die Teilnahme von Norwegen und Großbritannien nach dem Brexit erhalten bleiben.

Ziel der Partnerschaft ist eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit und eine gewisse Vereinheitlichung der vorhandenen Blockchain- und DLT-Projekte. Insbesondere die unterschiedlichen Initiativen von Banken, Versicherungsgesellschaften, Aktienbörsen und anderen Wirtschaftssektoren sollten miteinander verbunden werden für eine bessere Kompatibilität. Auf einem Kongress 2017 hatten viele Unternehmen die EU um klare Führung in der Blockchain-Branche gebeten.

Im Februar diesen Jahreswurden die EU Blockchain Observatory (Blockchain-Warte) und das zugehörige Forum errichtet, das vom Europarlament unterstützt wird. Die Eurokommission hat das Blockchain Software Unternehmen ConsenSys mit der Umsetzung des Ganzen beauftragt. Hauptaufgaben der Obervatory und Forum sind:

  • Das Identifizieren von existieren Blockchain-Initiativen
  • Das Monitoring von Trends und Möglichkeiten von Blockchains in der EU
  • Untersuchen, wie und inwiefern die EU agieren kann/soll
  • Wissen, Interessenten und Stakeholder zusammenbringen

Die Staaten, die unterschrieben haben, verpflichten sich zu einer engeren Zusammenarbeit und setzen sich für EU/EWR-weite Projekte ein. Die EU sollte im Blockchainbereich die führende Macht in der Welt werden. Ein wichtiges Thema ist auch den europäischen digitalen Binnenmarkt (EU Digital Single Market) von der in Zukunft sowohl öffentliche als auch private Unternehmen profitieren sollen.

Ein Beispiel von einem Projekt, das jetzt bereits von der EU finanziell unterstützt wird, ist MHDMD – klingt wie eine Designerdroge, ist aber ein Projekt, dass medizinische Daten (My Health Data) sicher verwalten soll.

Am 17.04.18 hier und hier gelesen.

 

4. Mastercard setzt Blockchain gegen Datenfälschung ein

Kreditunternehmen Mastercard hat ein Patent für eine semi- oder komplett private Blockchain angefragt. In der Blockchain sollten u.a. Namen mit Adressen und Steueridentifikationsnummern zusammen festgehalten werden, damit es schwieriger wird, eine Kreditkarte mit einer gefälschten Identität zu beantragen.

Insbesondere der Schutz gegen nachträgliche Manipulation soll bei diesem Vorhaben helfen. Anstatt von einer öffentlichen Blockchain mit freien Nodes würde Mastercard es nur ausgewählten eigenen full Nodes erlauben, die Daten zu aktualisieren.

Mastercard beschäftigt sich schon längere Zeit mit den Möglichkeiten von Kryptowährungen und der Blockchaintechnologie. Momentan werden 175 neue Entwickler eingestellt und sind eine Vielzahl von angefragten Krypto-/Blockchainpatente in Bearbeitung in der amerikanischen Patentbehörde USPTO.

Am 17.04.18 hier gelesen.

 

5. India versucht Fake Medikamente mit einer Blockchain zu bekämpfen

Kryptowährungen sind langsam so gut wie verboten in India, aber in der Technologie hinter den Coins sehen viele großes Potential. Eine Expertenkommission, die im Auftrag der indischen Regierung arbeitet, möchte die Herstellung von gefälschten Medikamenten jetzt mit einer Blockchain bekämpfen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO produziert India mehr als ein Drittel der gefälschten Medikamente, die weltweit verkauft werden. Darüber hinaus sollen auch fast dreiviertel der Nährungsergänzungsmittel unregistriert und/oder gefälscht sein.

Das Risiko für Patienten und Konsumenten ist enorm. Gefälschte Medikamente können entweder die wichtigsten Wirkstoffe entbehren oder im schlimmsten Fall sogar die falschen Wirkstoffe enthalten und alles noch schlimmer machen. Mit einer eindeutigen Registrierung in einer Blockchain können Ärzte, Patienten und Konsumenten von z.B. Vitaminsupplementen einfach nachschlagen, woher ein Mittel stammt und was die Zusammenstellung ist.

Das Projekt hat eine gute Chance: sowohl die Regierung als auch die indische Pharma-Industrie und deren Lobby halten eine Blockchain für sinnvoll. Die National Institution for Transforming India (NITI Aayog) will bis zum Jahresende ein Proof-of-Concept (PoC) erarbeiten und das Projekt im kommenden Jahr in der Praxis umsetzen.

Am 17.04.18 hier gelesen.

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