neo 3.0 könnte alles verändern, Binance kriegt ein eigenes Wallet, Hedera kommt näher, Passport-App enttäuscht und deinname.eth? - die Highlights der Woche

1.   Binance „adoptiert“ Trust Wallet

Die Krypto Exchange Binance hat den Wallet Startup Trust Wallet gekauft. Die Übernahme verändert nichts am Team oder an der Arbeit von Trust Wallet; Binance beschreibt den kleinen Startup als Patenkind und schildert eher eine enge Zusammenarbeit als Übernahme im klassischen Sinne. Mit dem Kauf ermöglicht Binance sich die in-house Erstellung einer mobilen Wallet für Binance Nutzer der jetzigen Plattform und der geplanten dezentralisierten Plattform (DEX).

Die open source und dezentralisierte mobile App von Trust Wallet unterstützt so gut wie alle Ethereum-basierte Tokens (ERC20 wie die meisten Tokens in Airdrops, ERC223 für noch mehr Sicherheit und ERC721 für einzigartige Tokens wie CryptoKitties). Seitdem das Wallet im November 2017 gelauncht wurde, hat es eine sehr gute Reputation. Mit direktem Zugang zu der Binance Community kann Trust Wallet die Benutzerzahl höchstwahrscheinlich nochmal ordentlich steigern.

Die Investition in Trust Wallet war die erste öffentliche Übernahme von Binance. CEO Changpeng Zhao betonte nochmal, dass Wallets die wichtigste Schnittstelle zwischen normalen Usern und der Krypto-Ökonomie sind. Ein Wallet mit einer sicheren Verbindung und einer intuitiven Benutzeroberfläche könnte die Massenadaption von Kryptowährungen sehr unterstützen.

Am 07.08.18 hier und hier gelesen.

 

2.   Hedera nimmt in Funding Round 100 Millionen USD ein

Hedera Hashgraph hat bis jetzt 100 Millionen an Investitionen zusammengekriegt. Das vielversprechende White Paper steht schon, aber die tatsächliche Plattform muss noch gebaut und gelauncht werden. Ein privater Token Sale hatte Hedera im März bereits 18 Millionen Dollar eingebracht. Weitere finanzielle Mitteln sollten in Höhe von 20 Millionen sollte mit dem ICO kommen. Hieran dürfen nur akkreditierte Investoren teilnehmen. Game Entwickler MZ (Mobile Strike, Game of War, Final Fantasy) hat bereits Pläne, neue und dezentralisierte mobile Games auf Hedera zu programmieren.

Hedera Hashgraph entwickelt eine distributed ledger technology (DLT), die von der klassischen PoW und PoS Blockchains abweicht. Das Hashgraph System basiert auf einer anderen Form von Governance (im Hedera-Rat sollten bis zu 39 Vertreter unterschiedlicher Industrien sitzen) und einem neu entwickelten Algorithmus (Hashgraph distributed consensus algorithm) können Tausende von Transaktionen pro Sekunde abgewickelt werden. Benutzer sind in einem Mesh Netzwerk miteinander verbunden.

Die Technologie könnte zukünftig eine schnellere und günstigere Alternative für Ethereum werden, da auch mit Verbesserungen wie das Raiden Netzwerk oder Casper Ethereum nicht mit den Parametern von Hedera mithalten könnte.

Am 07.08.18 hier gelesen. Mehr über die Hedera Hashgraph Plattform auf der Webseite.

 

3.   Neue Telegram-App enttäuscht auf technischer Ebene

Nach dem monströsen 1.7 Milliarden ICO (die Telegram bis heute noch nicht offiziell bestätigt hat) ist nun die erste eigene App erschienen. Telegram Passport soll bei der online Identifizierung helfen. Benutzer können ihre ID-Dokumente wie Reisepass, Ausweis, Meldebestätigung und ähnliche Dateien in die Telegram Cloud hochladen. Nur der Benutzer selber hat mit seinem Kennwort Zugriff auf die Daten. Wenn er diese freigibt, werden sie direkt der Bank/dem ICO/usw. zugeschickt.

Auch wenn die Idee der App durchaus eine praktische ist – die Identifizierung über Telegram wäre in Krypto für ICOs, auf Exchanges und bei Airdrops sehr praktisch. Bemängelt wird allerdings die Sicherheit der Daten. Da die API open source veröffentlicht wurde, konnten alle Entwickler den Code prüfen und ihren Senf dazu geben.

So wird die Verschlüsselung der Kennworte mit dem falschen Hashing Algorithmus gemacht, was zu großen Sicherheitslücken führt. Mit den relativ simplen brute force attacks (bei denen einfach alle möglichen Kombinationen von Buchstaben und Zahlen rangeschmissen werden, bis das Kennwort stimmt) könnten die Accounts geknackt werden.

Die Verschlüsselung der Daten ist auch zu einfach gestaltet und bietet noch weniger Sicherheit für die Benutzer. Der von Telegram angepassten Code ist noch anfälliger für Hacks als das Original, während es sowieso bedeutend sichere Hashing-Methoden gibt.

Die API ist höchstwahrscheinlich ein erster Schritt zur Ermöglichung von Krypto-Bezahlungen innerhalb der Telegram App. Dafür wird in vielen Fällen auch einen KYC durchgeführt müssen. Noch sollte man die Erweiterung mit Vorsicht genießen – bis das Uploaden von den extrem persönlichen Daten nicht garantiert sicher ist, raten wir zunächst von der Benutzung von Telegram Passport ab.

Am 07.08.18 hier, hier und hier gelesen.

 

4.   Unteilbarkeit von NEO teilt die Community

Neo macht wieder Schlagzeilen. Diesmal ist es die Entwicklung von neo 3.0 und die Debatte, die auf Github entstanden ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Coins und Tokens sind NEO nicht teilbar. Ein Vorschlag von neo-Mitgründer Erik Zhang, der in neo 3.0 die Tokens teilbar machen würde, spaltet jetzt die Community.

Die neo-Blockchain und die Tokens NEO und GAS wurden 2014 als Plattform für smart contracts gegründet. Es hätte das „chinesische Ethereum“ werden sollen, aber im Moment leidet die Blockchain unter lange Transaktionszeiten. Um diese und andere Herausforderungen anzugehen, soll jetzt die technologische Architektur der Blockchain und ggf. der Tokens überarbeitet werden.

Die NEO Tokens waren eigentlich als Stakes gedacht, GAS als Utility Token. NEO-Besitzer sollten ihre Tokens für Votings in der Transaktionsbestätigungsmethode delegated byzantine fault tolerant (dBFT) verwenden. GAS ist für die Ausführung von smart contracts gedacht. Wenn GAS verbraucht wird, schüttet der contract die Tokens anteilmäßig an die NEO-Besitzer aus. Um dieses System beizubehalten, dürfen die NEO-Tokens nicht teilbar gemacht werden.

Jetzt ist eine grundsätzliche Frage allerding, ob GAS wirklich an alle Token-Holder gezahlt werden soll. Neue Vorschläge sehen GAS als Belohnung für die aktive Teilnahme am Voting-System. Das würde einerseits die Besitzer anregen, sich zu beteiligen und es würde kein GAS an inaktive Wallets geschickt. Diese “blackhole” Adressen erhalten GAS, aber da z.B. die private Keys verloren gegangen sind, hat niemand Zugriff. Auf Dauer würde immer mehr GAS in diesen „schwarzen Löchern“ verschwinden. In neo 3.0 würde das GAS auf einen smart contract überwiesen werden, von dem die User dann beim Voting ihre jeweilige Belohnung claimen könnten. Eine Teilbarkeit der NEO-Tokens wäre dann nicht länger ein Problem.

Klingt erstmal nicht schlecht, aber die Investoren und Gründer sind nicht begeistert. Der Wert von einem NEO (ca. 30 USD) sei zu niedrig, um eine Teilbarkeit haben zu müssen. Auch hier greift wieder die nicht-demokratische Struktur von neo. Auch wenn sich die User bei Github zu den Vorschlägen äußern können, gibt es keine Abstimmung. Die Entscheidung liegt schließlich bei den 5 Core Entwicklern. Einer von ihnen, Da Hongfei erklärt, dass nur die Entwickler die technischen Nuancen der Blockchain verstehen. Die „normalen“ NEO-Besitzer zu fragen, würde zu keinem guten Ergebnis führen.  Die Aussage bekamen einige Mitglieder der Community in den falschen Hals.

Seitdem die Neo Foundation im Alleinzug die erste Node an City of Zion vergab, gibt es sowieso schon Kritik an der Führung. Hongfei fühlt sich aber kaum angesprochen: „die NEO Tokenbesitzer hätten theoretisch auch mitwählen können. Die meisten wissen nur nicht, dass es geht und wie es geht.“ Tokenbesitzer hätten sich auch als Consensus Node bewerben können, oder „zumindest fast“…

Am 07.08.18 hier gelesen.

 

5.   Ethereum und Minds + Machines setzen auf .eth und .luxe

Top-Level Domains (TLD) sind die höchste Ebene im Domain Name System (DNS oder, falls deine Mutter fragt, das Internet-Telefonbuch). Es handelt sich hierbei um Adressen wie cointrend.de, ethereum.org und knowyourmeme.com. Seit einiger Zeit ist Ethereum mit dem Projekt Ethereum Name Service (ENS) dabei, eine eigene, menschenleserliche TLD zu kreieren. Die URLs sollten dadurch schnell zu erkennen und leicht zu merken sein, was die schnelle Orientierung im (dezentralisierten) Netz möglich macht.

Dank einer Kooperation mit der Minds + Machines Group, die TLDs besitzt und verwaltet, werden die ersten .eth-Seiten bald erscheinen. Einige URLs wurden bereits versteigert, wobei ENS ordentlich Einnahmen generierte: exchange.eth wurde für über 600.000 USD gekauft. Es gibt immer noch die Möglichkeit, auf .eth Domains zu bieten.

Ab dem 30. Oktober gibt es eine kurze Zeit, in der alle Benutzer bei Mind + Machines Domains mit .luxe anmelden können. Die Kürzel steht für „lets u xchange easily“ und ist mit dem ENS-System verbunden. Die Registrierung von .luxe Seiten ist etwas einfacher und überschaubarer als die Versteigerung mit .eth.

Über MyEtherWallet kannst du übrigens prüfen, ob dein Wunschname für dein Wallet noch zur Verfügung steht. Sobald du die neue Domain gekauft hast, ist deine Adresse nicht länger 0x…, sondern z.B. alice.myetherwallet.eth

Am 07.08.18 hier gelesen.

 

5.5 Boerse Stuttgarts Bison-App auch für ICOs

Wir haben es schon mal erwähnt: Boerse Stuttgart plant eine App namens Bison, die den Krypto-Handel ganz einfach machen soll. Jetzt wird klar, dass die App auch als ICO-Plattform verwendet werden soll. Diese können angemeldet werden und mit einer gewissen Transparenz für die Investoren durchgeführt werden. Wir behalten die Entwicklungen für euch im Auge.

Am 03.08.18 u.a. hier gelesen.

6.    Schlechte Laune? Aaaaaaaaand it’s gone!

Reagiert Cointrend auf BTC? Oder BTC auf Cointrend?
Reagiert Cointrend auf BTC? Oder BTC auf Cointrend?

Hi there! Ich bin Lotte und schreibe für Cointrend die wöchentlichen News, Beiträge über Technologie *und* ich sammele die meisten Airdrops für unsere 0-10.000 Challenge. Mit Kursen beschäftige ich mich weniger - dafür weiß ich aber alles über Memes und CryptoKitties =^.^=

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