Buterin erklärt den DAICO, Bitcoin Core umarmt SegWit, Venezuela greift zum petro, Bitfinex hat doch ein Konto und Moskau arbeitet weiter an Active Citizen - die Highlights der Woche

1. The Abyss und Buterins neues Konzept für ICOs

Ethereum-Gründer Vitalik Buterin hat sich ein neues Konzept für ICOs überlegt, in dem Investoren mehr Einfluss auf die Verwendung ihres Geldes haben. Er schlägt vor, die Investoren nach dem Prinzip einer decentralised autonomous organisation (DAO) an einem ICO teilnehmen zu lassen. Eine DAO ist ungefähr das Krypto-Äquivalent von einer Venture Capital Organisation: eine Gruppe von Investoren, die privates Kapital für ein riskantes Projekt freimachen. Die Kombination aus ICO und DAO nennt Buterin ein DAICO und der gaming Startup The Abyss wird seine geplante Token Sale als DAICO durchführen.

The Abyss hat Buterins Konzept erweitert. Investoren haben nicht nur die Möglichkeit, die Ausgaben für das Projekt zu regulieren, sondern können im schlimmsten Fall auch die Rückerstattung ihres Geldes fordern. Konstantin Boyko-Romanovski, Gründer von The Abyss, erklärt den DAICO:

In einem smart contract werden für die Investoren zwei Funktionen festgehalten: ein Geldhahn und ein Refund (Rückerstattung). Mit dem Geldhahn können Investoren festlegen, wieviel Geld aus dem investierten Kapital monatlich freigegeben wird. So können die Investoren zunächst ein kleineres Budget zur Verfügung stellen und später mehr freigeben, wenn größere Ausgaben anstehen. Mit dem Refund können Investoren den Stecker ziehen und das verbleibende Kapital nach dem ICO wieder zurückfordern.

The Abyss hat aber darüber hinaus noch mehr Mechanismen eingebaut, die den Investoren mehr Sicherheit bieten. So sollte es zusätzlichen einen finanziellen Puffer für einmalige Ausgaben geben. Investoren können über die Auszahlung abstimmen. Der Geldhahn hat auch mehr Einschränkungen als in Buterins Konzept. So kann der Hahn niemals mehr als 50% aufgedreht werden: werden 100 ETH im Monat ausgezahlt, können das im nächsten Monat nicht mehr als 150 ETH werden. Abstimmungen für Erhöhungen können maximal alle zwei Wochen durchgeführt werden.

Für den Refund hat The Abyss auch eine eigene Idee.  Es werden drei bis fünf Kryptoexperten ernannt, die Orakel genannt werden. Eine Abstimmung über einen Refund findet statt, wenn die Mehrheit der Orakel dahinterstehen. Dies schützt das Projekt vor Investoren, die bei einem Anstieg vom Ether schnell ihr Geld wiederhaben wollen.

Der Abyss DAICO startet nächsten Monat und hat einen Hard Cap von 60 Millionen USD in Ether. Das Projekt soll eine Gaming Plattform erstellen, die insbesondere Steam Konkurrenz machen soll. Das KYC-Verfahren findet in der Schweiz statt und ist offen für alle. Nur aus den Vereinigten Staaten können nur akkreditierte Investoren teilnehmen.

Am 21.02.18 hier gelesen.

 

2. Bitfinex hat ein ING-Konto

Reuters berichtete am 20. Februar, dass die Dutch Financial Group ING (INGA.AS) bestätigt hat, dass Bitfinex, eine der größten Trading-Plattformen, ein Konto bei ING hat. Der ING Sprecher Harold Reusken, bestätigte dies in einer E-Mail an Reuters. Die Zusammenarbeit wurde erstmalig am 14. Februar von dem niederländischen Nachrichtenportal „Follow the Money“ erwähnt.

Bitfinex muss schon seit einiger Zeit starke Kritik rund um die eigene Währung Tether (USDT) ertragen. Die Tokens, so behauptete die Exchange Plattform zumindest immer, haben ihren Gegenwert in US-amerikanischen Dollar. Somit müsste Bitfinex ein oder mehrere Konten mit Milliarden von USD besitzen. Bis jetzt wurde immer wieder hinterfragt, ob Bitfinex überhaupt ein Konto bei einer etablierten Bank führte.

Jetzt sieht es also danach aus, dass es eine legitime Zusammenarbeit mit der ING gibt. Reusken führte in seiner Mitteilung noch zu, dass die ING von der Kooperation profitiert, auch da ING sich schon längere Zeit mit der Blockchain-Technologie auseinandersetzt. Den Handel mit Kryptowährungen sieht ING weiterhin skeptisch.

Am 14.02.18 hier gelesen.

 

3. Moskauer Active Citizen-Plattform wird mit Blockchain ausgebaut

Letztes Jahr berichteten wir schon mal von dem Moskauer Active Citizen Projekt. Das Projekt fördert die Einbindung der Moskauer Einwohner in Entscheidungen rund um die Stadtentwicklung und wird nun weiter ausgebaut. Auch diesmal müssen wir leider hervorheben, dass es sich hier nur um die Moskauer Stadtpolitik handelt – auf Staatsebene gibt es in Russland noch wenig Platz für Demokratieprojekte.

Active Citizen hat mittlerweile bei knapp 3.500 Abstimmungen als Plattform gedient. Im Fokus standen bis jetzt meisten überschaubare Themen im Fokus – wie soll der neue U-Bahnhof heißen? Oder: welche Farbe sollten die Stühle im neuen Stadion bekommen? Dennoch befürchten Kritiker, dass die Abstimmungen manipuliert werden können. Deswegen haben sich die Entwickler jetzt für die Integration einer eigenen Ethereum-Blockchain entschieden.

Der CIO (Chief Information Officer) Andrey Belozerov begründete die Entscheidung recht ausführlich. Wenn die Nutzer – jetzt um die 2 Millionen Moskowiter, potentiell aber alle 12 Millionen Einwohner der russischen Hauptstadt – alle Entscheidungen und abgegebenen Stimmen in einem öffentlichen Register nachprüfen können, sollte das bei ihnen, aber auch bei anderen Verwaltungsgremien und Staatsregierungen Vertrauen wecken.

Die erste Abstimmung mit eigener Blockchain ging um die vorübergehende Unterbringung von Einwohnern eines Gebäudes, was saniert werden soll. Per Vote konnten die Betroffenen ihre Meinung kundtun.

Die einzige Sorge, die bei den Entwicklern besteht, bezieht sich auf die Kapazität der Plattform. Bis jetzt konnten bis zu 1000 Transaktionen (bzw. Datensätze) pro Minute verarbeitet werden. Laut Belozerov stellt die zunehmende Nutzung der Plattform zunächst den optimalen Stresstest dar.

Am 16.02.18 hier gelesen.

 

4. Kryptofieber in Venezuela

Präsident Nicolas Maduro von Venezuela kündigte im Dezember 2017 eine staatliche Kryptowährung an. Der „petro“ ist mit Rohölreserven des südamerikanischen Landes gesichert und sollte deswegen um die 60 USD wert sein. Mit der Währung möchte Maduro die amerikanischen Sanktionen gegen sein Land umgehen und der sterbenden Wirtschaft einen neuen Impuls geben. Die venezolanischen Bürger leiden im Moment unter einer Inflation des Bolívar von über 4.000 % und einer Lebensmittelknappheit. Darüber hinaus kämpft das Land schon seit Jahrzehnten mit Korruption und mangelnder politischer Transparenz.

100 Millionen Tokens sollten ab April an speziellen Börsen gehandelt werden können – ob mit „speziell“ Kryptoexchanges oder spezifische Kryptoexchanges gemeint werden ist unklar – und hat gemäß dem Ölpreis einen Market Cap von über 60 Milliarden USD. Im Pre-Sale und dem ICO können Bürger petro mit FIAT-Währung und Krypto kaufen, nur nicht mit dem nationalen Bolívar. Kryptowährungsaufseher Carlos Vargas rechnete mit größeren Investitionen aus dem Nahen Osten, Katar und der Türkei. Vor kurzem investierte Russland etliche Milliarden in Venezuela. Der US-amerikanische Kongress warnt seine Bürger: mit dem Kauf von petro-Tokens würde man den venezolanischen Staat finanziell unterstützen, was aufgrund der genannten Sanktionen gegen Venezuela nicht erlaubt ist.

Der Coin ist nicht nur im Ausland umstritten. Sogar der venezolanische Kongress (geführt von der Opposition) hält die Währung für illegal. Es sei im Grunde genommen ein Terminverkauf der Ölreserven, den der Präsident so gar nicht ohne Zustimmung durchziehen könne. Sollte Maduro bei den Wahlen im April nicht wiedergewählt werden, wird seine Kryptowährung wahrscheinlich auch nicht überleben. Bis jetzt hat das Maduro nicht wirklich gejuckt – er forderte vergangenen Donnerstag alle staatlichen Unternehmen auf, ein Teil ihres Umsatzes in petro zu investieren. Als Gegenzug sagt die Regierung zu, dass Treibstoffe, Airline Tickets und Steuern demnächst mit Krypto bezahlt werden können.

Laut Maduro wurden im Pre-Sale und ICO bis jetzt um die 700 Millionen USD eingenommen. Beweise gibt es dafür keine. Dennoch kündigte der Präsident jetzt bereits eine zweite Kryptowährung an: den petro gold, der mit Goldreserven gesichert sein soll.

Am 26.02.18 hier, hier und hier gelesen.

 

5. Bitcoin Core veröffentlicht Neuversion mit SegWit

Der Bitcoin Core Client mit SegWit Unterstützung wurde am Montag veröffentlicht. Die Version, die bereits bei Github angekündigt wurde, besitzt darüber hinaus unterschiedliche neue Features, Fixes, Verbesserungen in der Performance und ausgebesserte Übersetzungen.

Das SegWit Verfahren sollte die Skalierbarkeit verbessern und zu niedrigeren Transaktionsgebühren führen. Der Release von Bitcoin Core 0.16.0 ist ein wichtiger Meilenstein in der Bitcoin-Geschichte. Bitcoin Nutzer wünschten sich die Implementierung schon seit August 2017, aber viele Unternehmen und Wallet Provider taten sich schwer.

SegWit bildet auch das Fundament für das Lightning Netzwerk, was zukünftig dafür sorgen soll, dass Transaktionsgebühren und Wartezeiten zur Vergangenheit gehören werden.

Am 26.02.18 hier gelesen.

Hi there! Ich bin Lotte und schreibe für Cointrend die wöchentlichen News, Beiträge über Technologie *und* ich sammele die meisten Airdrops für unsere 0-10.000 Challenge. Mit Kursen beschäftige ich mich weniger - dafür weiß ich aber alles über Memes und CryptoKitties =^.^=

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