NEO Foundation wählt City of Zion, Mastercard und Raiden arbeiten an Skalierbarkeit, U Network in Panik und Scams in Krypto.. - die Highlights der Woche

#KryptoNews der letzten Woche (18.-24.07.2018)

1.   NEO Foundation „wählt“ erste Node

Demokratisch? Oder eher weniger? Die NEO Foundation, die Software für NEO entwickelt, wählte eine Truppe von Entwicklern mit dem Namen „City of Zion“ zur ersten Node im Netzwerk. Der Haken an der Sache? Die NEO Token-Holder hatten null einzubringen. Das wäre in der dezentralisierten Kryptowelt so schon Thema gewesen, aber NEO hat Anfang Juli auch noch groß angekündigt, dass die Token-Holder ab jetzt mitentscheiden sollten.

Werfen wir das NEO jetzt vor? Da gehen die Meinungen etwa auseinander. Das Wort ‚election‘ oder Wahl ist etwas ungünstig für eine Entscheidung, die intern in der NEO Foundation abgehandelt wurde. Wer öffentlich ankündigt, dass Prozesse demokratisiert werden sollen, macht sich mit dieser Aktion natürlich auch nicht besonders glaubwürdig. Aber.

NEO will sich von anderen, klassischen Blockchains unterscheiden. Das magische Wort ist Skalierbarkeit. Im Gegensatz zu Bitcoin und Ethereum, deren Blockchains regelmäßig flachliegen wenn CryptoKitties oder ICOs für Transaktionsstau sorgen, will NEO schnelle und gebührenfreie Transaktionen gewährleisten. Dafür wird ein anderes Verifizierungsverfahren als Proof of Work (Mining) verwendet. Transaktionen werden nach delegated byzantine fault tolerance (dBFT) verarbeitet. (Wer sich für dBFT interessiert kann sich gern an Lotte wenden).

Um die Geschwindigkeit und Kosten zu optimieren, müssen an anderen Stellen Kompromisse gemacht werden. Dabei geht Schnelligkeit vor Dezentralität, erklärt die NEO Foundation im offiziellen Blog. Das wird sich demnächst auch noch nicht ändern: die Foundation plant noch mehr „Wahlen“, bei denen sie neue Nodes an Bewerber vergibt. Viele NEO-Investoren und Token-Holder finden das total doof und äußern immer schärfere Kritik an das Governance der NEO Foundation.

Die Meinungen gehen allerdings auseinander. Blockchain Investor Christopher Lee sieht die Wahl der City of Zion als Schritt in Richtung Dezentralisierung: Die NEO Foundation ist nicht länger die einzige Instanz, die Nodes betreibt. Bald sollten zudem auch Telekomanbieter KNP (niederländisch) und Investorfirma Fenbushi (chinesisch) gewählt werden.

Was denkst du? Zentralisiert – NO WAY, oder skalierbar und gebührenfrei yaaaaay? Werde deine Meinung los in den Kommentaren, im Forum oder unserer Telegramgruppe.

Am 24.07.18 hier und hier gelesen.

 

2.   Bleibt immer vorsichtig: Scams und Schemes in Krypto

Sie waren noch nie weg, aber scheinen in letzter Zeit wieder verstärkt aufzutauchen: Kryptoscams. Getarnt als Plattform, Währung, Airdrop oder Spiel locken sie immer wieder neue Opfer in die Falle. Zu den größeren Scams gehört auf jeden Fall OneCoin. Die meisten Kryptoportale (einschließlich Cointrend) gehe davon aus, dass OneCoin der nächste BitConnect sein wird. OneCoin ist ein intransparenter Coin auf einer merkwürdigen Plattform mit einer klassischen Pyramidestruktur: Um deinen Mining-Account zu aktivieren, musst du ein neues Mitglied rekrutieren. Ah ja. Das weckt Vertrauen.

Noch mieser sind allerdings die fragwürdigen Games und DApps, die vermehrt auf der Etherchain von Ethereum erscheinen. Ganz aktuell sind die Diskussionen rund um FOMO3D und PoWH3D (Proof of Weak Hands), zwei komische Spiele von den anonymen Entwicklern hinter TeamJUST. Die Seite von PoWH3D erklärt in – ich muss es zugeben – lustigen Texten genau, wie das Spiel funktioniert. Es stellt sich selbst als Pyramidespiel dar und lehnt sich im Stil ein wenig an Useless Ethereum Token an. In einem breiten Banner werden ETH, Transaktionen, Trading Volume und Memes pro Stunde angezeigt. Aber wo hört der Spaß auf? Etwa 73.500 ETH stecken in dem selbsterklärten Pyramidenspiel und die Kryptoszene warnt vor großen Verlusten, wenn das System letztendlich in sich zusammenbricht.

FOMO3D ist eine verkorkste Lotterie, in der momentan über 25.000 ETH hängen. Während ein Timer runterzählt, können die User sogenannte Keys kaufen. Der Kauf sorgt für extra Zeit auf dem Timer. Wer als letzte einen Key kauft, gewinnt die Runde. Mit jedem verkauften Key steigt der Preis. Darüber hinaus sind die gekauften Keys nochmal Chancen, in der zusätzlichen Airdrop-Lotterie zu gewinnen. Nicht nur das System, sondern auch die Programmierung der Smart Contracts wurden in der Kryptoszene, insbesondere auf Reddit, hart angegriffen.

Unsere Empfehlung: Finger weg! Mitarbeiter von OneCoin wird in mehreren Ländern (auch in Deutschland!) strafrechtlich verfolgt. TeamJUST mag seine Games mit einem Augenzwinkern verkaufen, aber was darf der Spaß dich kosten? Recherchiere immer, bevor du investierst (DYOR). Lese kritisch, Google weiter, frage uns – informiere dich ordentlich, egal wie.

Am 24.07.18 hier, hier und hier gelesen.

  

3.   U Network scheitert am eigenen Erfolg

Es fing als eine absolute Erfolgsstory an: U Network, eine dezentralisierte Plattform für online Content, plante einen ICO mit einem Airdrop, Kooperationspartnern – alles drum und dran. Das Konzept mit Content Erstellern, Moderatoren und Entdeckern kam sehr gut an. So gut, dass U Network mehr Anfragen hatte, als das Ökosystem zuließ.

Wenn ein Token generiert wird, steht in der Regel der max. Supply schon fest. Die meisten Systeme erlauben auch keine Veränderung mehr: ist der Contract einmal aufgesetzt, steht alles fest. Bei U Network waren das 10 Milliarden Tokens. 40% wurde für die Weiterentwicklung und das Team gelocked. Ein Teil der Tokens wurde über einen klassischen Airdrop verteilt. Auf den ersten Blick ein völlig normaler ICO.

Allerdings boten sich immer mehr interessante Kooperationen an und wurden alle für den Verkauf verfügbaren Tokens von unterschiedlichen Investoren eingesammelt. Das Ergebnis: Die UUU Tokens sind alle, bevor das Projekt völlig ausgereift ist. Wie es jetzt weitergeht, ist noch etwas unklar. Tokens neu generieren (mit einem neuen Contract) wäre eine organisatorische Hölle und würde extreme Transaktionskosten auslösen. Mehr Tokens schaffen könnte die Investoren verärgern, da es eine Inflation im Preis verursachen könnte.

U Network setzt deswegen auf Rückkauf. Der neu gegründete UUU Foundation Fund wird in mehreren Buy-back Aktionen die eigenen Tokens zurückkaufen. Insgesamt will U Network einen Betrag im Höhe von 1.000 ETH für UUU Tokens ausgeben. Ein großes Glück für die Airdrop-Teilnehmer, aber keine strukturelle Lösung für ein Problem, was durchaus öfter auftauchen könnte.

Die Situation löste eine interessante Diskussion in der gesamten Kryptocommunity aus und mehrere Schlaubis von MIT und weiteren Prestige-Unis mischen sich ein. Die Schlussfolgerung: das Risiko mit den Tokens lässt sich nie wirklich vermeiden. Es gibt keine „gute“ Tokenverteilung zwischen Investoren, Kooperationspartnern, Entwicklern usw., da alles vom Preis der Tokens abhängt. Da diese im Vorhinein extrem schwer eingeschätzt werden kann, wird sich die U Network-Situation in Zukunft öfter präsentieren.

Am 24.07.18 hier und hier gelesen.

 

4.   Raiden Network in letzter Testphase

Raiden wird momentan in einem neuen Testnetz geprobt und sollte bald auf dem Ethereum Mainnet erscheinen.

Das Raiden Network ist ein Lösungsansatz für die Skalierbarkeit von Ethereum. Ähnlich zum Lightning Network, was für Bitcoin entwickelt wird, ist Raiden eine sogenannte Second-Layer-Lösung. Ein Netzwerk aus Payment Channels oder „Bezahlungskanälen“ wird wie eine Decke über die Blockchain gelegt. Innerhalb vom Channel können Transaktionen blitzschnell abgewickelt werden. Anstatt jede Transaktion einzeln auf die Blockchain zu packen, wird nur die Bilanz vom Payment Channel als eine Sammeltransaktion festgehalten. Alle Transaktionen werden also zunächst offchain (abseits der Blockchain) abgewickelt. Die Transaktionskosten und der Zeitaufwand des Minings werden also auf einen ganzen Batzen von kleinen Transaktionen verteilt.

Raiden wird schon seit längerer Zeit entwickelt. In der Version, die jetzt in einem neuen Testnet läuft, wurden schon mehrere Bugs behoben und es ist jetzt möglich, einen versehentlich geschlossenen Kanal wieder zu öffnen. Mit einer freundlichen Nutzeroberfläche und Belohnungen versuchen die Entwickler so viel wie möglich Probekaninchen zu finden, die Raiden ausprobieren wollen und Bugs entdecken können.

Der richtige Launch im Mainnet ist zum Ende des Sommers geplant. Zukünftig sollte Raiden mit Sharding und Plasma kombiniert werden, um eine günstige und blitzschnelle Abwicklung von Transaktionen auf Desktop und Mobile Geräten zu garantieren.

Am 03.07.18 hier und hier gelesen.

 

5.   Mastercard wickelt Krypto über FIAT ab

Krediteinstellung Mastercard hat – mal wieder – ein Kryptopatent angemeldet und gewonnen. Die amerikanische Patentbehörde USPTO veröffentlichte am 17. Juli den genehmigten Plan. Kryptowährungen, so steht im Dokument, werden immer beliebter. Insbesondere die Anonymität und Sicherheit gegenüber FIAT-Währungen sorgen dafür, dass immer mehr Menschen auf Krypto setzen. Allerdings sei die Abwicklung von Transaktionen viel zu langsam. Während eine Kreditkarte nach einmal swipen erfasst wurde, muss der Kunde bei Krypto immer auf den nächsten Block warten.

Im neue System, was ich noch nicht komplett verstanden habe, werden die Kryptotransaktionen über dieselben Kanäle wie FIAT-Transaktionen abgewickelt. Im Useraccount werden die relevanten Daten, wie Profil, Guthaben, Adresse usw. festgehalten. Danach würde die Transaktion in FIAT gemacht, aber der Betrag würde eine Kryptowährung repräsentieren. O.O

Wir warten vorerst ab und schauen dann, wie das in der Praxis funktioniert. Es ist nicht mal ansatzweise das erste Mal, dass Mastercard einen Kryptopatent anmeldet – der Plan könnte durchaus eine weitere Voraussetzung für die Mainstream Adaption von Kryptowährungen werden.

Am 24.07.18 hier gelesen.

6.   Schlechte Laune? Aaaaaaaaand it’s gone!

Crypto - 21 and I feel great.
Crypto – 21 and I feel great.

Hi there! Ich bin Lotte und schreibe für Cointrend die wöchentlichen News, Beiträge über Technologie *und* ich sammele die meisten Airdrops für unsere 0-10.000 Challenge. Mit Kursen beschäftige ich mich weniger - dafür weiß ich aber alles über Memes und CryptoKitties =^.^=

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