Niederländer hinter CoinVault verurteilt, SafeWallet das neue MetaMask? Krypto-Giftcards und Venzuela bekommt eine neue Währung - die Highlights der Woche

#KryptoNews der letzten Woche (25.-31.07.2018)

1.   Niederländische Richter verurteilen Ransomware-Programmierer

Es gelingt nur selten, aber es ist möglich: mit der Unterstützung von Kaspersky hat die niederländische Staatsanwaltschaft zwei Männer wegen der Erstellung von Ransomware und Erpressung von Bitcoin verfolgt. Jeweils 240 Stunden Arbeitstrafe müssen zwei Brüder (21 und 25 Jahre alt) leisten. Das ist auch für niederländische Verhältnisse eine recht milde Strafe, angesichts der Tatsache, dass die Ransomware CoinVault 1.300 Rechner infizierte und ein Jahr Freiheitsstrafe gefordert wurde.

Der Trojaner hing an einer illegalen Version von Photoshop und wurde von allen üblichen Virenprogrammen nicht erkannt. Um die Dateien auf dem Rechner wieder freizuschalten, mussten die Opfer 1 BTC (damals bei einem Wert von ca. 250 USD) überweisen. Für Neulinge in Krypto hatten die Beiden einen Helpdesk mit eingebaut. Von der Behauptung, die Brüder wollten doch nur ihre technischen Skills testen, zeigte sich der Richter nicht beeindruckt: Opfer, die sich an den „digitalen Helpdesk“ wendeten und verzweifelt versuchten, Dateien verstorbener Familienmitglieder zurückzubekommen, wurden knallhart abgelehnt. Wer seine Daten zurück will, muss zahlen, lautete stet die Antwort der beiden Männer.

Beängstigend ist aber die Umschreibung des Verständnisses der Materie auf Seite der Richter, die in einem etwas älteren Beitrag der niederländischen Zeitung NRC auftaucht. Einer nutze „ein mittelalterliches Schloss“ als Metapher für einen Computer. Die Ransomware wäre dabei wie ein geheimer Tunnel, der zum Schloss gegraben wurde. Dadurch konnten die Täter dann „zusätzliche Sachen ins Schloss tragen“. Nein, es liegt nicht an dir, diese Metapher haut überhaupt nicht hin. Die Täter haben die Brücke gesperrt und lassen keinen rein oder raus, bis Goldstücke gezahlt werden. Sein Kollege gab während der Verhandlung zu, dass er von den Ermittlungen der Polizei „nicht so viel verstanden“ habe.

Am 31.07.18 hier, hier und hier gelesen.

 

2.   SafeWallet will Keys und SEEDS mit QR-Codes ersetzen

Das dezentralisierte Wallet SafeWallet kommt mit einem neuen Sicherheitssystem. Anstatt von komplizierten private Keys oder SEEDs (mnemonic phrase) werden deine Tokens von einem QR-Code und speziellen Sicherheitsfragen beschützt.

Die Codes sind so verschlüsselt, dass es unmöglich ist, sie mit einer anderen Software zu scannen. Zudem werden die Codes nicht auf einem Server der Firma gespeichert. Aufgehoben in einem Cloud oder auf dem Rechner vom Benutzer seien die Zugangsdaten sicherer als auf einem Stück Papier (was schnell verloren oder kaputt gehen kann) und bedeutend besser als in einer E-Mail. Denn anscheinend gibt es Menschen, die ihre private Keys per E-Mail herumschicken. Freut uns, dass ihr das natürlich NIE machen würdet.

In der App wurde auch noch etwas Scanner-Software integriert, die vor möglichen Risiken, wie Spyware oder Sicherheitslücken warnt. Coindesk zeigte die ersten Produktbilder:

 

SafeWallet (Bild von CoinDesk)
SafeWallet (Bild von CoinDesk)

Am 31.07.18 hier gelesen und das Bild geklaut.

 

3.   Google schmeißt MetaMask aus dem Webstore

Google machte diese Woche einen ordentlichen Fehler und entfernte MetaMask aus dem Web Store. Die Extention ist für viele die Brücke zur Ethereum Blockchain und deren DApps und bietet einen abgesicherten Zugriff auf ETH und die meisten ERC Tokens. Abgesehen davon, dass es für die Nutzer besonders nervig war, schaffte es Google, an MetaMasks Stelle einen Phishing Scam in den Store zu lassen. Nach wenigen Stunden wurde der Fehler korrigiert und war die echte Extention wieder zurück.

Unterschiedliche Plattformen, darunter auch Augur, warnten vor der Doppelgänger-App. Ob Menschen versucht haben, sich über die gefälschte Maske einzuloggen, ist nicht bekannt. Im Kryptobereich vertrauen viele Benutzer auf die Warnfunktion von MetaMask – wie wir sie bei Airdrops nutzen.

Der Google-Fail zeigte allerdings auch, dass unterschiedliche Blockchains und DApps dezentralisiert sind, aber trotzdem an zentralisierten Engpässen scheitern können. Dies ist der Fall bei zentralisierten Börsen, wo FIAT-Währung eingezahlt werden kann, aber auch in unterschiedlichen zentralisierten Webstores, in denen eine Extention wie MetaMask also einfach gelöscht werden kann.

Das einzige Lustige an der Situation war die Empörung bei Charles Hoskinson (Mitgründer von Ethereum und Gründer von IOHK/Cardano) auf Twitter, der von MetaMask gesagt bekam, dass er sich doch bitte an support@ wenden soll.

Naja, eher die Empörung über die Empörung – Hoskinson wurde kurz nach seiner Beschwerde mit unzähligen Tweets daran erinnert, dass nicht jeder Praktikant bei MetaMask ihn kennen wird. Hoskinson, der auf Twitter eh regelmäßig herumheulte, hat sich jetzt von der Plattform verabschiedet und beschränkt sich auf Periscope.

Hoskinson Tweet (Imgur)
Hoskinson Tweet (Imgur)

Am 31.07.18 hier gelesen. Twitterfeed von Hoskinson hier.

 

4.   Wie doof ist das denn?! Coinbase Giftcard geht nicht in Deutschland

Coinbase hat eine interessante Kooperation mit dem Londoner Unternehmen WeGift. Die Wallet-Funktionen von Coinbase wurden an die WeGift Plattform angebunden und jetzt können Kryptobesitzer über Coinbase Gutscheine kaufen. Im Moment geht das mit den auf Coinbase gelisteten Währungen Bitcoin (BTC), Bitcoin Cash (BCH), Litecoin (LTC) und Ether (ETH). Guthaben im Coinbase Account können in unterschiedlichen Supermärkten sowie für den Taxidienst Uber, bei Zalando und noch ein paar größeren Namen ausgegeben werden. Insgesamt sind jetzt 120 Shops und Marken auf der Liste und in den nächsten drei Monaten sollten das noch viel mehr werden.

Cool.

Die Voucher funktionieren in allerdings nicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Glück haben Konsumenten in Australien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und den Niederlanden.

Doof.

Es sollten aber bald mehr Länder werden, also haben wir die Hoffnung noch nicht verloren. Wer mit einem Gutschein von WeGift zahlt, hat noch ein paar Vorteile: Die Gebühren bei Coinbase entfallen und bei den meisten Anbietern werden 5% Bonus auf den zu bezahlenden Betrag draufgepackt. Sobald es Neues gibt, geben wir euch Bescheid!

Am 31.07.18 hier, hier und hier gelesen.

 

5.   Neue Währung mit Krypto-Verankerung soll Venezuela retten

Wer die Cointrend #KryptoNews regelmäßig liest, kennt mittlerweile die Situation in Venezuela. Seit 2014 befindet sich der südamerikanische Ölstaat in einer tiefen finanziellen Krise. Im Februar stiftete Präsident Maduro die weltweit erste staatliche Kryptowährung petro. Der Coin wird mit den venezolanischen Ölreserven rückfinanziert und der enorme ICO sollte eine Finanzspritze für den OPEC-Staat werden. Ein ziemlicher Flop: Die meisten westlichen Länder distanzierten sich vom petro; das Parlament erklärte die Kryptowährung für illegal, die Vereinigten Staaten legten Venezuela noch mehr Sanktionen auf.

Während die nationalen Banken petro minen, gibt es weltweit unterschiedliche Initiativen von Kryptoprojekten wie Dash, Zcash und der Pale Blue Foundation (dem geplanten BTC-Airdrop), um der Bevölkerung zu helfen. Bis jetzt haben die guten Pläne noch wenig gebracht.

Die Inflation liegt im Moment bei 46.000% und könnte laut dem Internationalen Währungsfonds (IMF) zum Jahresende 1.000.000% knacken. Ein US-Dollar kostet 07.18 etwa 3.500.000 bolívar. Insofern die Menschen noch Geld haben, können sie maximal 40.000 am Tag abheben, was nicht mal für drei Mahlzeiten reicht. Immer mehr Menschen sind unterernährt und versuchen dem Land zu entkommen.

Eine neue Währung sollte jetzt alles verändern. Der bolívar soberano oder „souveräne bolívar“ verliert 5 Nullen und sollte laut Maduro im petro „verankert“ sein. Die Kryptowährung werde sich durchsetzen und alle nationalen und internationalen finanziellen Aktivitäten durchdringen. Was das genau heißt und wie der bolívar soberano und petro genau ineinandergreifen, wollte oder konnte der Präsident noch nicht sagen.

Am 31.07.18 hier und hier gelesen.

6.   Schlechte Laune? Aaaaaaaaand it’s gone!

Bei jedem kleinen BTC-Dip...
Bei jedem kleinen BTC-Dip…

Hi there! Ich bin Lotte und schreibe für Cointrend die wöchentlichen News, Beiträge über Technologie *und* ich sammele die meisten Airdrops für unsere 0-10.000 Challenge. Mit Kursen beschäftige ich mich weniger - dafür weiß ich aber alles über Memes und CryptoKitties =^.^=

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