Scams und Unsicherheit rund um Telegram und Tether, Liquidity.Network überholt Raiden und Putin macht mit seinem KryptoRubel weiter - die Highlights der Woche

1. Liquidity.Network legt sich mit Raiden an

Schon längere Zeit arbeitet Raiden Network an einer Lösung für die Skalierbarkeit von Ethereum. Raiden sollte eine Second-Layer Solution werden, die mit dem Lightning Netzwerk von Bitcoin verglichen werden kann.

Liquidity.Network kommt jetzt aber mit einer ähnlichen Lösung, die in der Entwicklung bedeutend weiter zu sein scheint. Die Lösung läuft momentan in einer Alpha-Version auf dem Ropsten Testnet von Ethereum. Genau wie Raiden will auch Liquidity.Network die Weiterentwicklung mit einem Token Sale finanzieren, aber das Projekt ist nicht so abhängig von der Finanzierung als Raiden.

Neben dem Netzwerk, das off-chain Bezahlungen ermöglicht, präsentiert Liquidity.Network das erste Ethereum Wallet, was für diese Art von Transaktionen geeignet ist. Mit der jetzigen Version können (noch) keine Ether versendet oder empfangen werden, aber User können die Funktionen mit Dummy-Coins testen.

Alleinstellungsmerkmal sollten aber die sogenannten „hubs“ werden. Diese hubs werden Coins auf eine besondere Weise verwalten und Nutzer unabhängig von der Blockchain miteinander verbinden. Mit den genauen technischen Einzelheiten haben wir uns noch nicht befasst. Viel Zeit gibt es dafür allerding auch nicht mehr, denn in drei Monaten sollte Liquidity.Network auf Ethereums Mainnet laufen. Wir behalten es im Blick.

Am 02.03.18 hier gelesen.

 

2. Unsicherheiten rundum Telegram ICO

Neben dem White Paper und anderen wichtigen Unterlagen (die angeblich durch ein Leak ins Netz gerieten) warnt Telegram seine potentiellen Investoren mit einer neun Seiten langen Datei. Diese wurde beschrieben, aber nicht veröffentlicht von Nachrichtenseite Coindesk. Gelistet werden laut Coindesk acht Probleme und Herausforderungen, mit denen die Geldgeber rechnen müssen.

Kleiner Reminder: Der russische Nachrichtendienst Telegram plant den bis jetzt größten ICO für 2.5 Milliarden USD. Die Tokens, die angeboten werden heißen „grams“ und sollten für Bezahlungen zwischen Usern und für Dienstleistungen im Telegram Open Network (TON) verwendet werden. Das Netzwerk sollte auf „Blockchains der dritten Generation“ basieren.

Die ersten drei Punkte beziehen sich auf Gesetzgebung rundum ICOs und das Open Netzwerk. Dies wird eine völlig neue Anwendung von Blockchaintechnologie und Smart Contracts sein. Noch kann keiner voraussagen, wie zukünftige Gesetze das Netzwerk beeinflussen werden.

Danach wird darauf hingewiesen, dass die benötigten Entwickler das Projekt verlassen könnten, dass Blockchains nicht frei von Risiken sind und dass Quantumrechner die gesamte Sicherheit des Systems knacken würden. Auch die Integration von der Messenger App könnte sich schwierig gestalten, da unklar ist, wozu die grams in Telegram verwendet werden sollen.

Ein wichtiger Punkt ist der Verwendungszweck der Gelder. Telegram hat null Einschränkungen beim Ausgeben des Geldes und verspricht nicht mal die Umsetzung einer Blockchain oder des Open Network. Wenn das Projekt scheitert, aber das Geld schon ausgegeben worden ist, stehen die Investoren mit leeren Händen.

Das größte Risiko laut Coindesk ist allerdings was komplett anderes: Wenn Apple und Google entscheiden sollten, die Telegram App nicht länger in iTunes bzw. dem Play Store anzubieten, ist das Projekt tot. Die beiden Riesen könnten die App aufgrund der möglichen Transaktionen ablehnen und kein Gericht könnte Telegram dann noch helfen.

Über die Liste hinaus wird Telegram auch schwer von Scamming getroffen. Viele Scammer geben sich als Telegram Foundation, TON ICO oder andere Einstellungen aus, die man hinter Telegram vermuten würde. Es handelt sich um Webseiten und social media Accounts. Da noch nicht feststeht, wann der öffentliche Pre-Sale losgeht, springen viele auf falsche Ankündigungen an.

Am 03.03.18 hier und hier gelesen.

 

3. Welche Rolle spielt Tether?

Tanzeel Akhtar, eine unabhängige britische Journalistin, veröffentlichte einen sehr interessanten Artikel zu Tether (USDT) auf Coindesk.com.

In ihrem Text geht Akhtar auf die Funktion von Tether im Kryptomarkt ein. Tether wurde als „stable coin“ oder „stabiler Coin“ erfunden. Der Coin hat viele „Industry Supporters“, aber wird hauptsächlich mit Bitfinex verknüpft. Der Gegenwert von 1 Tether sollte immer 1 USD sein. Der Kurs schwankt dann auch lediglich zwischen 0,80 und 1,10 USD. Trading Exchanges wie Bitfinex müssten den Gesamtwert der Tethers, etwas über 2 Milliarden USD, in der Bank haben. Die Bank ist aber aber genau der Grund, warum Bitfinex auf Tether setzte: Wells Fargo und viele andere Banken verweigern Kryptoexchanges ihre Dienstleistungen. Seit einiger Zeit wird daran gezweifelt, die Reserven vorhanden sind. Kritiker glauben, dass Bitfinex mehr Tether herausgegeben hat, um den Bitcoin-Preis nach oben zu zwingen.

Trotz Zweifel hat sich Tether zu einer wichtigen Währung entwickelt. Akhtar geht sogar davon aus, dass wenn Tether fällt, viele andere Währungen mit runtergezogen werden und dass es die Liquidität vieler Exchanges so angreifen würde, dass die Plattformen eingestellt werden müssten.

FUD? Vielleicht. Aber Tether ist die einzige Währung, die darauf vertrauen muss, dass es für jeden Token einen Dollar gibt. Beweis dafür hätte ein Audit von Friedmann LLP liefern sollen. Tether trennte sich aber in letzter Minute von dem Plan und hat jetzt unter noch mehr Kritik und Zweifel zu leiden.

Weiss Ratings sieht die Lage fast noch krasser als Akhtar. Da Tether die einzige Währung ist, deren Handelsvolumen regelmäßig ihren Market Cap übersteigt. Das bedeutet, dass die Tether fast alle gehandelt werden und sich also hin und her bewegen. Sollte Tether fallen, wäre die Auswirkung auf den Kryptomarkt wie eine fallende Bank. Ist Tether wirklich too big to fail? Gebe uns deine Meinung in den Kommentaren!

Am 05.03.18 hier gelesen.

 

4. KryptoRubel geht in die nächste Runde

Wie wir im Januar schon berichten, wünscht sich Vladimir Putin eine nationale Kryptowährung in Russland. Hierbei handelt es sich nicht um sein riesiges internationales Projekt, sondern den viel früher besprochenen CryptoRubel. Putin will spätestens am 1. Juli eine Entscheidung von seinem Parlament, dem jetzt die jeweiligen Entwürfe der Russischen Zentralbank und des Finanzministeriums vorliegen.

Die Zentralbank lehnt eine Gleichsetzung der Kryptowährung mit dem Rubel ab, da russische Investoren dann auch die Möglichkeit nutzen würden, in andere Kryptowährungen zu investieren. Ihre größte Angst ist, dass russische Bürger dann mit Trading anfangen würden, was laut der Bank viel zu hohe Risiken birgt. Das Finanzministerium macht sich stark für strenge Regulierungen von ICOs – selbstverständlich auch nur, um das russische Volk vor Fehlentscheidungen zu schützen.

Beide Gesetzesentwürfe werden demnächst in den zuständigen Gremien besprochen. Vermutlich werden die Bedenken beider Parteien berücksichtigt und wird der KryptoRubel, oder wie er auch heißen wird, als strikt reguliertes Bezahlmittel gestaltet mit wenig oder keine Trading Möglichkeiten – zumindest nicht für Pjotr Normalverbraucher.

Am 01.03.18 hier gelesen.

 

5. Scammers ködern mit verifizierten Twitter Accounts

Auch wenn es nach den offiziellen Richtlinien von Twitter gar nicht möglich sein soll, schaffen es online Betrüger, mit verifizierten Accounts ihre Opfer zu überzeugen. Beim Lesen von Tweets verlassen sich viele Menschen auf die blauen Häkchen – Nachrichten von offiziellen Accounts werden oft über Twitter veröffentlicht. Allerdings tauchten in letzter Zeit vermehrt fake Accounts mit Verifizierungen auf.

Insbesondere @Tronfoundationl und eine Kopie vom Tron Gründer Justin Sun sprangen ins Auge. Die Scammer hatten sogar die Frechheit, die Warnung vor Scams vom offiziellen Tron Account zu kopieren. Screenshots sind auf Buzzfeed zu finden, das Infoportal, was die Nachricht als erste brachte. In dem Artikel werden auch andere Beispiele von verifizierten fake Accounts gezeigt.

Worauf sollte man sich denn verlassen, wenn nicht mal Twitter selbst den Betrug erkennt? Eigentlich ganz easy – wie üblich, handelt es sich hauptsächlich um Phishing. Generelle Nachrichten sind nicht das Problem, sondern Aufforderungen, um Kryptowährung – in der Regel Bitcoin oder Ether – zu überweisen. Die ersten 100 bekommen das Doppelte zurückgezahlt, spende für dieses Projekt, das Tron auch unterstützt, blablabla… Der nigerianische Prinz versucht es jetzt über Twitter mit einem Kryptowallet.

Häkchen hin oder her, die Tron Foundation wird wohl kaum ihren eigenen Namen mit einem L am Ende versehen. Bist du dir trotzdem nicht ganz sicher und willst du investieren? Schaue dann auf die offizielle Seite, Github, Reddit usw. und hebe dein Geld für echte Projekte und gute ICOs auf.

Am 28.02.18 hier und hier gelesen.

Hi there! Ich bin Lotte und schreibe für Cointrend die wöchentlichen News, Beiträge über Technologie *und* ich sammele die meisten Airdrops für unsere 0-10.000 Challenge. Mit Kursen beschäftige ich mich weniger - dafür weiß ich aber alles über Memes und CryptoKitties =^.^=

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