Keine KiPo auf der Blockchain, keine Werbung bei Twitter, keine ASICs für Monero, Zcash bereitet sich auf Hard Fork vor und CryptoKitties machen sich selbständig - die Highlights der Woche

#KryptoNews der letzten Woche (21.-27.03.2018)

1. Kinderpornos auf der BTC Blockchain? Die Fakten.

In der letzten Woche spülte eine alte Nachricht aus 2013 wieder hoch: Auf der Bitcoin Blockchain liegen Kinderpornos. Anlass für die Nachricht war ein Paper von der RWTH Aachen. Aus dem Halbwissen heraus wurde auch direkt berichtet, dass Miner und Node Operators (oder in manchen Texten auch einfach alle, die was mit Bitcoin zu tun haben), sich entsprechend strafbar machen. Wie sonst auch immer wurde die Nachricht in jeder Sprache anstandslos veröffentlicht und geteilt. Mittlerweile hat sich die Welle wieder gelegt, aber was sind denn nun die Fakten?

  1. Liegen Kinderpornos in der Bitcoin Blockchain?

Nein.

Die Truppe von der Technischen Hochschule in Aachen hat geprüft, welche nicht-transaktionsbezogenen Daten in der Blockchain festgehalten werden. Hierbei handelt es sich um verschlüsselte Fetzen, die in der Transaktion eingebettet sind.

Wenn man diese herauszufiltern weiß und sie dekodiert, kommen Texte, Links oder in einem einzigen Fall ein Bild heraus. Die weitaus meisten Nachrichten sind Bibelzitate und Kurznachrichten vom Sender. Ein Bruchteil enthält Links zum dark web, wo illegaler Content zu finden ist. Nun ja, war. Die Chance, dass diese Links nach mehreren Jahren noch funktionieren ist sehr gering – aus Angst vor der Polizei wird der Dreck ja ständig versetzt.

  1. Daten auf der Blockchain! Warum wusste ich das nicht?

Erstens: Da du dich nie so ausführlich mit der Technologie auseinandergesetzt hast. Kein Video erklärt die genaue Zusammensetzung der Transaktionsdaten, oder die Verwendung unterschiedlicher Transaktionsvorlagen. Warum auch? Wir sind schon stolz, wenn du die Begriffe Public und Private Key auseinanderhalten kannst.

Zweitens: Kein normaler Mensch durchpflügt abgeschlossene Bitcoin-Blöcke aus dem digitalen Mittelalter nach verschlüsselten Infos, die vielleicht mit einzelnen Transaktionen mitgeschickt wurden.

  1. Mache ich mich mit einer Node strafbar?

Nein.

So lange Bitcoin nicht verboten wird, ist alles rund um den Coin auch noch legal. Wenn du aber die alten Links raussuchst und irgendwie über Tor auf den Content kommst, dann ja. Aber das hat mit Bitcoin wenig mehr zu tun.

  1. Verstößt die Blockchain gegen geltendes Recht?

Noch nicht. Möglicherweise wird in den Staaten ein Gesetz kommen, dass bei Besitz oder Verbreitung von Daten, die irgendwie auf illegalen Content verweisen, nicht länger berücksichtigt, ob es um eine absichtliche Handlung geht. Es gibt aber noch nichts Handfestes und keiner weiß, ob es bei der Blockchain greifen wird.

In Europa wurde das Recht, im Netz vergessen zu werden, vor einigen Jahren eingeführt. Das könnte in der Theorie auch zu einem Konflikt mit der unveränderlichen online Blockchain führen.

 

Schlussfolgerung? Lass dich nicht allzu schnell von den Nachrichten beunruhigen, aber schreie auch nicht sofort, dass es alles fake news sind und auf der Blockchain keine anderen Daten als Transaktionen gespeichert werden können. Wenn dich das Thema interessiert, lese dann das Paper “A Quantitative Analysis of the Impact of Arbitrary Blockchain Content on Bitcoin”.

Am 27.03.18 hier, hier und hier gelesen. Für die Techies hier das Research Paper.

 

2. Twitter verbannt Krypto-Werbung

Sky News hatte letzte Woche recht. Twitter hat ab heute alle Krypto-Werbung von der Plattform verbannt. ICOs und Token Sales werden nicht mehr beworben. Anzeigen für Exchanges und Wallets dürfen unter Umständen weiterhin geschaltet werden, so lange sie von Unternehmen kommen, die auf den größeren Börsen gelistet sind. Twitter folgt mit diesen Maßnahmen andere Plattformen wie Google, Facebook, Reddit. Nächste in der Reihe wird Snapchat sein.

Am 27.03.18 hier gelesen.

 

3. CryptoKitties flying solo

Das Team hinter CryptoKitties, der dezentralisierten App auf Ethereum, macht sich weg von Axiom Zen und will jetzt selbständig arbeiten. Mit zwölf Millionen Venture Kapital in der Tasche können ca. 20 Angestellte weiterhin an Crypto-Spielen herumdoktern. Die Mannschaft hat hohe Erwartungen an den Möglichkeiten – Krypto-Spiele könnten sogar größer werden als Kryptowährungen, behaupten sie gegenüber Coindesk. Wir warten es ab.

Ein Großteil der Gelder kam von der Firma Andreessen Horowitz, die auch Coinbase, Airbnb und OB1 im Portfolio hat. Andere sogenannte Angel-Investoren schließen hohe Tiere von unter anderen Bitfury und Tinder ein.

Bevor die Kitties aber die Krypto-Weltherrschaft an sich ziehen können, stehen noch einige Herausforderungen im Raum. So ist die Benutzerfreundlichkeit der App noch nicht optimal (so lange deine Mutter ohne deine Hilfe keine Kitties kaufen kann, ist Luft nach oben), schrecken die schwankenden Kurse von Kryptowährungen den Mainstream immer noch ab und steht CryptoKitties, wie andere Ethereum-Benutzer auch, vor der Herausforderung der Skalierbarkeit der Blockchain.

Am 16.03.18 hier gelesen.

 

4. Zcash kurz vor seinem ersten Hard Fork

Nach den Nachrichten rund um den Monero Hard Fork steht nun auch bei der anderen anonymen Währung Zcash ein Hard Fork an. Allerdings handelt es sich hier nicht um eine neue Währung, die sich abspaltet. Zcash plant den Fork mit dem Namen „Overwinter“ (über den Winter kommen) als eine Art von Übung für das Netzwerk. Zooko Wilcox, Mitgründer und CEO von dem Unternehmen hinter dem Zcash Netzwerk, erklärte es gegenüber Coindesk. Mit dem Hard Fork wird ein Upgrade durchgezogen, der das Netzwerk verbessert.

Die Idee ist also, dass es sich aus technischer Sicht um einen Hard Fork handelt, aber die ganze Community mit der Abzweigung mitgehen soll. (Dies macht Monero alle sechs Monate.) Transaktionen auf der alten Blockchain werden nicht auf der neuen Blockchain wiederholt. Ein wichtiges neues Feature ist, dass Transaktionen nach einer Stunde verfallen. Wenn zu wenig Transaktionskosten bezahlt wurden, oder eine Transaktion aus anderen Gründen in der Luft hängen bleibt, verfallen die Daten und muss die Bezahlung neu eingeleitet werden. Auch der Prozess für die Verifikation von Signaturen wird verbessert und vor allem verkürzt.

Schließlich deutete Wilcox auch darauf, dass an einer Lösung für die Skalierbarkeit der Blockchain gearbeitet wird. Zcash behält die Entwicklungen rund um sowohl Ethereums Plasma und Sharding als auch Bitcoins Lightning Network im Auge. Er selber sehe wohl eine Möglichkeit der Skalierung in den Zero Knowledge Transaktionen von Zcash, die zk-SNARKS.

Die Community wurde vom Entwicklerteam ausführlich darüber informiert, wie der Hard Fork ablaufen wird. Deswegen müsste sich in der Theorie niemand Sorge machen. Nach einer erfolgreichen Abwicklung sollten sowohl das Team hinter Zcash als auch die Benutzer der Währung direkt auf den nächsten Hard Fork vorbereitet sein.

Overwinter wird im Juni stattfinden. Ein weiterer Hard Fork mit dem Namen Sapling (Schößling) ist schon in Vorbereitung. Die jetzige Version der Software heißt übrigens Sprout (Rosenkohl).

Am 14.03.18 hier gelesen.

 

5. Monero will keine ASICs

BitMain Technologies ist eine chinesische Firma, die sich auf die Herstellung von ASICs spezialisiert hat. ASICs, Application Specific Integrated Circuit, sind Chips, die für das Mining von Kryptowährungen entwickelt werden. In dem Proof-of-Work Verfahren haben sie eine viel höhere Leistung als normale Prozessoren und Grafikkarten. BitMain hat angekündigt, nun auch für das Mining von Monero einen ASIC Chip entwickelt zu haben.

Für Kryptowährungen wie Bitcoin mag das keine große Nachricht sein, aber Monero fühlt sich regelrecht angegriffen. Warum? Es sieht eine Gefährdung seines „egalitären Minings“. Um die Dezentralisierung des Mining sicherzustellen, soll mit jedem normalen Rechner Mining betrieben werden können. Das eigene System von Monero heißt Cryptonight und bis jetzt gab es keine ASICs, die sich mit dem System anfreunden konnten.

Wenn ASICs für Cryptonight auf dem Markt erscheinen würden, ginge die Dezentralisierung zumindest teils verloren. Mining Farms und Individuen, die über die richtige Hardware verfügen, würden eine bedeutend höhere Hashrate erzielen und deswegen mehr Blöcke „gewinnen“. Dies führt dazu, dass es sich für weniger Menschen lohnt, die Währung zu schürfen. Mining Farms bekommen dadurch mehr Macht und könnten den Prozess beeinflussen.

Das könnte jetzt also der Fall sein. Die Antwort von Monero? Ein Update des PoW-Protokolls, das aus den neuen ASICs ganz, ganz teure Staubfänger macht. Das Upgrade wird bei dem nächsten Hard Fork implementiert, planmäßig am 28.03.18. Hard Forks sind völlig normal bei Monero und werden zwei Mal im Jahr verwendet, um neue Protokolle und Updates zu installieren. Bei den planmäßigen Hard Forks entsteht keine neue Währung. Dies ist/wird zum ersten Mal der Fall bei monerov sein.

Am 15.03.18 hier, hier und hier gelesen.

 

6. Snowden sieht Blockchain als Schwäche von Bitcoin

Zum Anfang dieses Monats hat sich Edward Snowden (der ehemalige CIA-Mitarbeiter, der sich in Russland vor der amerikanischen Regierung versteckt) auf einem Event in Berlin zu Wort gemeldet. Über Webcam sprach er über die Blockchain Technologie und äußerte seine Überlegungen und Bedenken über Bitcoin.

Er sieht einen Widerspruch zwischen dem uneingeschränkten Festhalten von Transaktionsdaten in der Blockchain und der Skalierbarkeit der gleichen Blockchain. Auch erkennt er eine Gefahr in der Öffentlichkeit der Daten in der Blockchain. Das System möge Privatkonsumenten ansprechen, aber auch Regierungen könnten die Daten für ihre Zwecke nutzen. Dies stimmt mit der Nachricht überein, dass die NSA nicht nur die Bitcoin Blockchain, sondern auch die einzelnen Benutzer versucht im Auge zu behalten.

Snowden kam auch auf den Petro zu sprechen – die venezolanische Kryptowährung wurde dieses Jahr eingeführt und scheint hauptsächlich für die Stärkung von Präsident Maduros Diktatur ins Leben gerufen zu sein. Viele Promis lehnen den Coin ab und rufen auf, nicht in Petro zu investieren. Snowden ging nicht so weit, aber wies darauf hin, dass natürlich auch die Bösewichten in der Politik früher oder später die Blockchain Technologie und Kryptowährungen für sich nutzen werden.

Als seinen persönlichen Lieblingscoin nannte Snowden natürlich die anonyme Kryptowährung Zcash.

Am 27.03.10 hier gelesen.

Hi there! Ich bin Lotte und schreibe für Cointrend die wöchentlichen News, Beiträge über Technologie *und* ich sammele die meisten Airdrops für unsere 0-10.000 Challenge. Mit Kursen beschäftige ich mich weniger - dafür weiß ich aber alles über Memes und CryptoKitties =^.^=

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