Krypto-Transaktionen ohne Wartezeit und ohne Gebühr? Das gelingt fast nur Nano - der schnellen Coin im leichten Wallet. Entdecke jetzt alles über die Blockchain Lattice, die Nano so anders macht als die üblichen Kryptowährungen.

Coin Profil: Nano (NANO, XRB)

Nano ist die Kryptowährung, die bis Januar 2018 unter dem Namen RaiBlocks gehandelt wurde. Nano verspricht kostenlose Transaktionen, die fast ohne Wartezeit abgewickelt werden. Dank einer innovativen Variante der Blockchaintechnologie, die wir uns gleich im Detail anschauen, können unendlich viele Transaktionen schnell verarbeitet werden. Diese Eigenschaften machen Nano zum perfekten Zahlmittel für schnelle Peer-to-Peer Transaktionen. Da bei Nano keine Gebühren anfallen, eignet sich die Kryptowährung auch für kleinere Überweisungen. Überweisungen mit minimalen Beträgen werden auf Englisch auch nanotransactions (oder micropayments) genannt – hier muss es sich nicht per se um die Kryptowährung Nano handeln.

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Das Team hinter dem Coin

Das feste Team von Nano umfasst zehn Leute, sechs von ihnen sind Entwickler. Unter ihnen ist der Gründer von Nano, Colin LeMahieu, der bis heute noch Lead Developer im Projekt ist. Er und seine Kollegen haben alle langjährige Erfahrung im Programmieren und die meisten von ihnen waren auch im Kryptobereich mit am Start. Neben den Entwicklern hat Nano auch einen graphischen Designer, einen PR-Manager, und einen Juristen im Team. Zu ihnen kommt auch George, die einzige Dame im Team, die für „Operations“ und Partnerschaften (früher „Business Development“) von Nano zuständig ist.

Die Kursentwicklung von Nano, zu der Zeit noch RaiBlocks (XRB), ging im Dezember 2017 richtig los, wie auf dem Graphen von CoinMarketCap zu erkennen ist:

 

CoinMarketCap Nano
CoinMarketCap Nano

 

Funfacts:

 

Wie Bitcoin und die meisten anderen Kryptowährungen kann auch Nano aufgeteilt werden. Die kleinste Einheit nennt sich ein Raw. In einem Nano stecken eine Quadrillion Raw, das sind 24 Nullen. In dieser Übersicht von der Homepage werden die Einheiten alle gezeigt:

Nano Einheiten von Raw bis Gnano

 

Neben den üblichen Weltsprachen Englisch, Spanisch und Russisch, beherrschen die Community Managers von Nano auch Tagalog und Bahasa – die wichtigsten Sprachen in den Philippinen und Indonesien. Hat das Team das enorme Potential von Kryptowährungen in diesen und den südamerikanischen Schwellenländern schon so früh erkannt? Nein – Anstatt von einem ICO wurden die RaiBlocks über Captchas verteilt und viele Menschen in diesen Regionen haben am Tag mit Captchas einfach mehr verdient als mit ihrer normalen Arbeit. LeMahieu und sein Team hatten sich zu der Zeit darüber noch gar keine Gedanken gemacht – so erzählte er im Interview mit DataDash.

 

Der Bitcoin-Vergleich

 

Auf einem Blick:

 

 

 

 

 

 

   
Konzept digitale Währung skalierbare digitale Währung
Blockchain online zugänglich online zugänglich
Beispiel Adresse1 schickt Betrag an Adresse2 Datum, Adresse1, (Hash), + Betrag

Datum, Adresse2, (Hash), – Betrag

 

Market Cap ≈ 125 Milliarden USD (st. 04/2018) ≈ 722 Millionen USD (st. 04/2018)
Seit Januar 2009 März 2017

 

Der Vergleich zwischen Bitcoin und Nano liegt auf der Hand, da Nano sich selbst als die Antwort auf Bitcoins Schwächen versteht. Die größte Kritik an Bitcoin ist die Skalierbarkeit, oder besser gesagt die Nicht-Skalierbarkeit der Blockchain. Das liegt zum einen daran, dass Satoshi eine feste Blockgröße von 1 MB definiert hat und zum anderen an dem Proof-of-Work (PoW) Verfahren. In diesem Verfahren versuchen Miner mit großer Rechenleistung eine Art von Puzzle zu lösen. Wer am schnellsten die richtige Zahl gefunden hat, schürft den neuen Block. Durch die eingeschränkte Größe und den rechnerischen Aufwand, der natürlich auch etwas Zeit braucht, können maximal 7 BTC-Transaktionen pro Sekunde abgewickelt werden. Um ernsthaft mit einer Bank oder Kreditinstitut wie VISA konkurrieren zu können, müssten aber zwischen 2.000 und 18.000 Transaktionen pro Sekunde möglich sein. Die theoretische rechnerische Kapazität von VISA liegt sogar bei 56.000 T/s, aber diese Zahl wurde in der Praxis noch nie ausgereizt.

Um die Skalierbarkeit zu verbessern, unterscheidet sich die Blockchain von Nano wesentlich von der klassischen Bitcoin Blockchain. Um eine schnelle Verarbeitung der Transaktionen zu gewährleisten, hat Nano die folgenden Eigenschaften:

  1. Jeder Benutzer hat eine eigene Blockchain oder Account-Chain
  2. Die Blöcke in der Chain sind auf das Wesentlichste reduziert
  3. Nur die eigenen Transaktionen müssen synchronisiert werden
  4. Anstatt von PoW wird ein „delegiertes Proof-of-Stake“ (DPoS) angewendet

Um Wiederholungen im Text so gut wie es geht zu vermeiden, tauchen wir jetzt direkt ins Technische – angefangen mit der Lattice-Struktur und dem Transaktionsverfahren von Nano und danach ein Blick auf die Feinmechanik des DPoS-Verfahrens.

 

Blockchain Lattice – Nanos Blockchainsalat

Das erste was an der Struktur der Nano-Blockchain(s) auffällt, ist dass es nicht eine zentrale Blockchain ist. Jeder Account hat eine eigene Account-Chain. Diese enthält Blöcke mit Transaktionen und den jeweiligen Updates zum Guthaben. Aus den unterschiedlichen Blockchains, die durch Transaktionen miteinander verbunden werden ergibt sich ein Gitter, oder auf Englisch eine lattice.

Die Nano Blockchain Lattice mit separaten Account-Chains
Die Nano Blockchain Lattice mit separaten Account-Chains

Spaltung der Transaktionen

Jede Kryptowährung mit einer Blockchain hat andere Richtlinien für die Größe der Blöcke. Bitcoin hat wie erwähnt eine feste Blockgröße von 1 MB, Monero (XMR) hat eine variable Blockgröße. Nano-Blöcke enthalten immer nur eine einzige Transaktion. Oder die Hälfte – je nachdem, wie man es betrachten will.

Eine Nano Überweisung löst nämlich immer zwei Transaktionen aus: eine für den Sender und eine für den Empfänger. Wenn Alice 8 NANO hat und davon 3 NANO an Bob schickt, erscheint in ihrer Account-Chain ein Block mit der Ausgabe (-3 NANO) und dem aktualisierten Kontostand (5 NANO). In der Account-Chain von Bob erscheint ein Block mit der Einnahme (+3 NANO) und seinem aktualisierten Kontostand (z.B. 17 + 3 = 20 NANO).

Die Transaktionsblöcke enthalten die jeweiligen Beträge und aktualisierten Guthaben.
Die Transaktionsblöcke enthalten die jeweiligen Beträge und aktualisierten Guthaben.

 

 

Zeitversetzte Abwicklung

Durch die Teilung der Transaktion kann diese asynchron abgewickelt werden. Das heißt: wenn Alice 3 NANO an Bob überweist, erscheint in ihrer Blockchain sofort die Sender-Transaktion. Sollte Bob gerade nicht online sein, ist der Status der Transaktion „pending“ – noch nicht abgeschlossen. Für Alice macht dies aber keinen Unterschied. In ihrer Chain sind die Nano ausgegeben und mit dem Block in ihrer Account-Chain wurde von ihrem Guthaben 3 Nano abgezogen. Sie kann diese Transaktion auch nicht mehr rückgängig machen.

Sobald Bob wieder online ist, generiert sein Account eine Empfänger-Transaktion und sein neues Guthaben wird in seiner Account-Chain angepasst. Jetzt ist die Transaktion komplett abgeschlossen, beide Chains sind up to date und Bob kann die erhaltenen Nanos wieder woanders ausgeben.

 

Genesis Account und Genesis Balance

Da die Lattice von Nano aus vielen unterschiedlichen Blockchains besteht, ergibt sich ein anderes Bild als bei den klassischen Blockchains. Dennoch gibt es auch bei Nano einen Anfang – der Genesis Account mit der Genesis Balance.

Dieser Account hat angefangen mit dem insgesamten Maximum der NANO, was dem Maximum Supply von 133.248.290 entspricht. Der Genesis Account ist sozusagen die Quelle, aus der alle NANO verteilt werden.

Jeder, der als early Adopter über Captchas die ersten NANO erhalten hat, hat als ersten Block in der eigenen Blockchain eine Transaktion von dem zentralen Genesis Account. Wer heutzutage einkauft, kann das natürlich auch von einem anderen existieren Account machen.

Durch den Genesis Account sind alle verfügbaren NANO auch bereits im Umlauf. Der Circulating Supply ist dann auch 133.248.289. Wenn alle Guthaben von allen Accounts zusammengezählt werden, kann die Summe niemals den originalen Kontostand vom Genesis Account überschreiten.

 

Hard Forks

Da die Struktur der Lattice keine zentrale Blockchain hat, ist es nicht möglich, einen klassischen Hard Fork zu nutzen. Hierbei wird das Protokoll geändert und ist ab dem Punkt nicht mehr kompatibel mit dem alten Protokoll. Die Blockchain verzweigt sich und – je nach Organisation – entsteht eine neue, parallele Kryptowährung oder alle Benutzer gehen mit der Abzweigung mit und die ursprüngliche Chain wird nicht weiter gebraucht.

Das Äquivalent von einem Hard Fork wäre bei Nano ein neuer Genesis Account mit den gewünschten Anpassungen. Ein neuer Genesis bedeutet aber auch, dass die Guthaben aller Accounts neu aufgesetzt werden müssen. Die ganze Lattice müsste also komplett neu gestaltet werden. Auch wenn die Software von Nano Open Source ist und jeder also mitdenken kann, gibt es keine Abstimmungen über solche Anpassungen innerhalb der Community.

Da ein Hard Fork im Grunde genommen eine Neugründung darstellt, geht das Team von Nano nicht davon aus, dass dies jemals stattfinden wird. In Theorie wäre es aber möglich, den Code zu kopieren und eine neue Währung auf Nano-Basis zu bauen. Dies gilt aber für grundsätzlich alle Open Source Projekte.

Übrigens können die Account-Chains sehr wohl „geforkt“ werden, wenn ein Konflikt auftritt. Wird ein NANO durch einen Programmierfehler oder Betrug doppelt ausgegeben (double spend), entscheiden die Delegierten Stakeholder, welcher Block korrekt ist. Der nächste Block wird dann selbstverständlich an den korrekten Block gehängt.

Hard Forks finden in den Account-Chains fest, wenn ein Konflikt auftritt.
Hard Forks finden in den Account-Chains fest, wenn ein Konflikt auftritt.

Pruning

Wenn eine Transaktion durch eine (full) Node fließt, sind unterschiedliche Daten vorhanden. Neben dem Betrag und Kontostand gibt es eine Signatur, die beweist, dass der Sender die NANO ausgeben darf, einen Time Stamp mit dem Datum und der Uhrzeit und so weiter. Damit die Account-Chain aber so klein wie möglich bleibt, setzt Nano auf „pruning“.

Pruning ist das englische Wort für Ausästen. Um die Datenmenge zu reduzieren, werden die Blöcke digital ausgeästet. Wenn eine Transaktion erfolgreich abgeschlossen worden ist, bleiben in der Account-Chain nur der Transaktionsbetrag und der aktuelle Kontostand. Da diese Infos für den User auch reichen, um eine neue Transaktion einzuleiten, muss er mit einer Light-Variante vom Wallet nicht mal seine eigene Chain komplett synchronisieren.

 

Delegated Proof-of-Stake (DPoS) und Nodes

Nano verwendet eine Sonderform des Proof-of-Stake Verfahrens. Proof-of-Stake ist eine Alternative zu Proof-of-Work mit einigen Vorteilen. Während PoW jede Transaktion einzeln verifiziert, ist die Grundannahme im PoS, dass die Transaktionen stimmen. Proof-of-Stake greift also nur dann, wenn ein Konflikt auftritt.

Im alltäglichen Geschäft werden die Transaktionen also nur zwischen den zwei Beteiligten abgehandelt und ist Nano ein reines Peer-to-Peer-System. Da keine Miner den ganzen Tag ihre aufgerüsteten Rechner arbeiten lassen, ist PoS alleine schon dadurch die ökologischere Variante.

Ein Konflikt tritt auf, wenn eine Transaktion nicht ordnungsgemäß abgewickelt werden kann. Wenn Alice zum Beispiel versucht, einen Coin mehrmals auszugeben, entsteht ein Konflikt: In einem Block geht der Coin von Alice an Bob, in dem anderen Block geht aber derselbe Coin an Carl. Jetzt muss entschieden werden, welcher Block zählt.

An dieser Stelle kommen die Stakeholder ins Spiel. Stakeholder sind Nano-Benutzer, die einen verhältnismäßig großen Anteil der Coins besitzen. Da die Stakeholder ein Interesse daran haben, dass die Coins ihren Wert nicht verlieren, werden sie immer das Richtige für die Nano Lattice wollen. Dieses Interesse nennt man auf Englisch „stake“, deswegen Stakeholder.

Wenn im Proof-of-Stake abgestimmt wird, werden die Stimmen nach Coins gewichtet. Sagen wir für das Beispiel, dass der Max Supply von Nano 10.000 beträgt. Im Netzwerk sind insgesamt sechs Personen. Die NANO sind wie folgt verteilt:

 

Alice                    54          NANO

Bob                      1.904    NANO

Carl                     364        NANO

Damien               10          NANO

Evelyn                 4.836    NANO

Frieda                  2.832    NANO

 

Bei der Abstimmung über die suspekte Transaktion von Alice werden die Stimmen der Teilnehmer also unterschiedlich behandelt. Evelyns Meinung zählt am meisten, denn sie besitzt fast die Hälfte aller Coins. Auch Bob und Frieda haben beträchtliche Mengen NANO. Damiens Meinung zählt nicht so schwer, denn er hat kaum Coins und steht entsprechend nicht so unter Druck wie Evelyn, wenn dem Coin etwas Schlimmes passiert.

Nano arbeitet mit einem Delegierten-System. Anstatt jeden einzeln nach einer Meinung zu den komischen Blocks zu fragen, werden bestimmte Delegierten festgelegt. Logischerweise wären das hier Evelyn und Frieda. Jeder, der einen neuen Account anmeldet, legt direkt seinen Delegierten fest. Wenn Damien also nicht online ist, geht sein Stimmgewicht an seinen selbstgewählten delegierten Stakeholder Frieda.

Die Delegierten Stakeholder haben also

  1. Einen relativ großen Prozentsatz der sämtlichen Coins
  2. Ihr eigenes Stimmgewicht + das ihrer „Wähler“
  3. Die Möglichkeit, korrupte Blöcke zu verwerfen

Wichtig ist, dass die Stakeholder online sind, damit sie auch abstimmen können, wenn was passiert. Der ganze Prozess sollte nicht mehr als ein paar Sekunden dauern.

 

Nodes

Da bei Nano Transaktionen keine Transaktionsgebühren anfallen, gibt es für einen normalen Benutzer wenig Anreize, eine Node zu betreiben. Wer will schon ohne Belohnung seine Hardware und Bandbreite für die Verarbeitung von Transaktionen anderer Menschen zur Verfügung stellen?

Für online Unternehmen und Exchanges können Nodes aber sehr sinnvoll sein. Wenn diese Bezahlungen über PayPal und Kreditkarten akzeptieren, verlieren sie bei jeder Transaktion einen gewissen Prozentsatz an Gebühren. Bei Kreditkarten liegen diese bei ca 2%, bei PayPal im schlimmsten Fall bei 4.4% vom Betrag, plus eine feste Gebühr.

Nano Transaktionen sind auch für den Unternehmer und die Börse kostenlos, während das Betreiben einer Node (im Vergleich zu anderen Blockchains) kaum Rechenleistung, Speicherplatz und Bandbreite in Anspruch nimmt. Zudem sind sie 24/7 online, was die Voraussetzung für eine gute Nano full Node ist.

Da die Unternehmen in der Regel über eine größere Menge von Nano verfügen werden und die Kryptowährung für ihre Kunden so zuverlässig wie möglich haben wollen, eignen sie sich auch optimal als (delegierte) Stakeholder.

 

Sicherheitsmechanismen der Nano Lattice

Die Entwickler von Nano beschreiben im White Paper, welche Sicherheiten eingebaut worden sind, um unterschiedliche Attacken abwehren zu können. Wir gehen auf drei Varianten ein und erklären sicherheitshalber, wie die Attacken aufgebaut sind (auch wenn du das natürlich schon immer wusstest).

 

Sybil Attacke (Sybil attack)

In einer Sybil Attacke wird ein Peer-to-Peer Netzwerk mit gefälschten Identitäten angegriffen. Der Angreifer (oder die Angreiferin #feminism) kreiert dafür eine große Menge von Accounts, die wie unzählige Peers oder Individuen wirken. Diese Form von Angriff kann dafür sorgen, dass eine einzige Person ihre Stimme mehrmals abgeben kann.

Nano arbeitet mit dem Proof-of-Stake Verfahren, in dem die Stimme der Stakeholder viel schwerer wiegen, als die der „normalen“ Nutzer. Eine Voraussetzung für Stakeholder ist eine gewisse Menge von NANO in der Account-Blockchain. Da ein Betrüger seine x fake Accounts nicht alle mit NANO befüllen kann, sind die Stimmen seiner Alter Egos in der Lattice völlig wertlos.

 

Flut Attacke (flood attack)

In einer Flut Attacke werden Tausende von Mikrotransaktionen generiert. In der Regel werden kleine Beträge hin- und hergeschickt zwischen den Accounts der Angreifer. Die Datenmengen die dadurch entstehen, füllen die Blöcke der Blockchain und können so zu Engpässen und Backlogs führen. Durch die Skalierbarkeitsproblematik leiden viele Kryptowährungen manchmal auch ohne Attacken schon unter Backlogs (z.B. Ethereum, als CryptoKitties das Netzwerk überspülten). Diese Art von Attacke wird durch Transaktionsgebühren weniger attraktiv.

Da Nano keine Transaktionsgebühren verlangt, könnte das Netzwerk theoretisch mit Mikrotransaktionen geflutet werden. Allerdings basiert die Abwicklung der einzelnen Transaktionen auf dem spätmittelalterlichen (1992) Hashcash. Entwickelt als Waffe gegen Spamming erfordert Hashcash, dass eine kleine PoW Berechnung gemacht wird, bevor eine E-Mail verschickt werden kann. Wenn eine Nano-Transaktion eingeleitet wird, leistet das Endgerät also selber die Rechenleistung, die bei Währungen wie Bitcoin den Minern in Auftrag gegeben wird.

Da der PoW im Vorhinein geleistet wird, bemerkt der Benutzer während der Transaktion nichts. Die Berechnung findet im Anschluss statt und dauert etwa 5 Sekunden, die Verifizierung des Hash  1 Mikrosekunde. Die gebrauchte Rechenleistung ist so gering, dass es die CPU Kapazität kaum einschränkt. Wenn aber Tausende von Transaktionen gleichzeitig verschickt werden sollen, steigt die gebrauchte Rechenleistung entsprechend. Für eine Flut Attacke bräuchte man also einen viel stärkeren Rechner als sonst.

Sollte dies gelingen, ist es trotzdem relativ sinnlos. Die Daten, die mit den Transaktionen mitgeschickt werden, werden durch das Pruning der Full Nodes soweit komprimiert, dass es niemanden stören wird. Normale User haben nach wie vor nur ihre eigene Chain zu synchronisieren und brauchen Transaktionen aus der Vergangenheit gar nicht mehr beibehalten.

 

Vorberechnete PoW Attacke (precomputed PoW attack)

“Aber,” sagt der böse, böse Hacker, “wenn ich die PoW-Berechnungen im Vorhinein mache und dann die Transaktionen alle gleichzeitig raushaue?! Na? Dann hab ich euch!“ Er würde also eine Vielzahl von Minitransaktionen auf seiner eigenen Blockchain generieren und diese dann alle gleichzeitig ins Netzwerk schicken. Das ist möglich, da die Transaktionen durch die Trennung asynchron abgewickelt werden können.

Dies ist grundsätzlich die Krypto-Variante einer Denial of Service (DoS) Attacke und könnte das Netzwerk vorübergehend überbelasten. Die Kapazität des Netzwerkes ist so groß, wie die Hardware und Bandbreite der full Nodes. Da Nano-Transaktionen relativ klein sind, bräuchte es eine ordentliche Menge, bevor eine bemerkbare Auswirkung eintreten würde.

Durch das Pruning und eine gewisse Limitierung der Transaktionen, die gleichzeitig eingeleitet werden können, ist das Risiko für Nano erstmal recht gering. Sollte eine Attacke erfolgreich sein, würden die Einschränkungen nur für eine kurze Zeit bei den full Nodes liegen und die generierten Datenmengen nicht an die normalen Benutzer weitergegeben werden.

 

Anonymität

Anonymität ist bei Nano kein Schwerpunkt. Ähnlich wie bei BTC und den meisten anderen Kryptowährungen sind die Blockchains öffentlich zugänglich und zeigen sowohl die Adresse als auch den Betrag. Colin LeMahieu erwartet in der nahen Zukunft auch keine Anpassungen in dem Bereich. Das liegt daran, dass jede Form von Anonymisierung eine zusätzliche Menge von Daten in der Blockchain erfordert, was die Transaktionsgeschwindigkeit von Nano beeinträchtigen würde. Wer nicht möchte, dass Transaktionen leicht nachvollzogen werden können, sollte also mit unterschiedlichen Nano-Adressen arbeiten.

 

Das Rebranding von RaiBlocks

Ist es sinnvoll, den Namen eines jungen Projektes zu verändern? Mit der Frage hat sich das Team hinter RaiBlocks auseinandergesetzt und wie man bemerkt, sind sie bei einem entschlossenen „ja“ angekommen. Da sich an der Technik hinter dem Coin bei der Umbenennung nichts verändert hat, ist der Wechsel von RaiBlocks auf Nano eine reine marketingtechnische Angelegenheit.

Die RaiBlocks und Nano Logos
Die RaiBlocks und Nano Logos

Die wichtigsten Gründe werden in unterschiedlichen Beiträgen und Interviews benannt. RaiBlocks war schwierig auszusprechen > Rai-Blocks? Ree-Blocks? > und klang laut der PR-Abteilung zu technisch, für einen Coin, der im Mainstream angenommen werden soll.

Nano klingt in jeder Sprache gleich und wird von den meisten mit Geschwindigkeit und geringen Gebühren assoziiert. Darüber hinaus ist Nano ein sehr generischer Begriff: es klingt recht allgemein, aber dennoch modern und passt deswegen psychologisch perfekt in die Reihe „SEPA, PayPal, VISA, … Nano.

Das Rebranding war schon recht lange in der Pipeline bei RaiBlocks und hing also nicht mit einer Umstrukturierung, einem Teamwechsel oder irgendwelchen News zusammen.

 

Nano und der BitGrail-Hack

Am 8. Februar 2018 wurde die italienische online Exchange BitGrail gehackt und 17 Millionen Nano, damals noch XRB, gestohlen. Im April 2018 wurde eine Sammelklage gegen Nano eingereicht.

Wir listen hier die bis jetzt bekannten Fakten auf. Bei großen Ereignissen werden wir die Liste ergänzen. Den letzten Stand findet ihr immer in den #KryptoNews auf Cointrend – entweder über die Kurzfassung oder indem ihr „Nano“ über die Suchfunktion rechts oben eingebt.

  • Am 8. Februar 2018 wurde BitGrail gehackt – XRB Trading war vorübergehend nicht möglich. Zu dieser Zeit wurden 75-85% der XRB im Umlauf auf BitGrail gehandelt.
  • Am 9. Februar 2018 veröffentlichte Whalepool, eine Krypto Community Plattform, das erste einen Tweet zu der genauen Situation.
  • 17 Millionen Nano (damals XRB) wurden aus den online Wallets der Exchange entfremdet.
  • Der Inhaber und Betreiber von BitGrail, Francesco Firano (Francesco The Bomber), hat die Nano-Entwickler um einen Rescue Fork (Hard Forks der Account-Chains der Opfer) gebeten, um die Transaktionen rückgängig zu machen.
  • Die Entwickler verweigerten und blieben bei ihrem Standpunkt, dass das Problem bei der Sicherheit von BitGrail lag und nicht in einer Schwachstelle des Nano-Protokolls.
  • Der Streit entartete und Nano warf Firano in einem offiziellen Statement auf Medium die Absicht der Irreführung über die Zahlungsfähigkeit von BitGrail vor.
  • BitGrail wurde vorübergehend geschlossen.
  • BitGrail veröffentlichte am 14. März 2018 eine Pressemitteilung auf der Homepage (für Englisch einfach runterscrollen). Hier wurde den stabilen Token BitGrail Shares (BGS) mit einem Gegenwert von 1 USD angekündigt. Opfer vom Hack bekommen 20% der Nano zurück und 80% in BGS. Da BitGrail nach wie vor keine Haftung für den Hack übernimmt, sei diese Erstattung nur ein Zeichen guten Willens und als Beweis für die Seriosität der Börse.
  • Am 06. April wurde von Silver Miller Law eine Sammelklage der Opfer gegen Nano als Firma (registriert in Texas, USA) und persönlich gegen drei der Entwickler und den PR Manager eingereicht.

 

Kaufen und handeln

Nano bewegt sich schon seit längerer Zeit im TOP 20 von CoinMarketCap.com. Der Coin wird auf relativ vielen Plattformen verhandelt und verkauft. Auf Bitflip können NANO mit vielen FIAT-Währungen eingekauft werden.

Eine Auswahl aller Börsen und Nano Trading Paare:

 

Plattform Pairs
KuCoin BTC, ETH, USDT
Binance BTC, ETH, BNB
OKEx BTC, ETH, USDT
Bitflip EUR, USD, RUB, UAH, BTC
Nanex BTC, ETH, LTC, RVN und mehr
BitGrail s. Bitgrail-Hack

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Bleib informiert

Willst du noch mehr über Nano wissen? Dann kannst du dich über die offiziellen Kanäle des Projektes informieren. Die Aktivitäten bei Medium und Github sind sehr überschaubar, aber bei Twitter und im Subreddit gibt es noch einiges zu lesen.

 

Quellen

Für diesen Beitrag wurden Informationen und Daten aus den folgenden Quellen übernommen:

 

Die offizielle Nano Website
Das Nano White Paper (überarbeitete Version)
Ein Video von DataDash
Grafik des NANO Kurses von CoinMarketCap.com
Nano Beiträge auf Medium
Das englische Bitcoin Wiki
Ein Interview mit Colin LeMahieu
Beitrag Von CryptoSlate zum Bitgrail-Hack

Für alle Quellen gilt der Stand vom 04.04.2018

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Hi there! Ich bin Lotte und schreibe für Cointrend die wöchentlichen News, Beiträge über Technologie *und* ich sammele die meisten Airdrops für unsere 0-10.000 Challenge. Mit Kursen beschäftige ich mich weniger - dafür weiß ich aber alles über Memes und CryptoKitties =^.^=

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