Ganz kurz zusammengefasst: Pump and Dumps (P&Ds) sind Scams, in denen der Wert von einem Altcoin auf künstliche Weise extrem gesteigert wird, um danach sofort wieder abzustürzen. Wer an dem Scam teilnimmt, kann also günstig einkaufen und auf dem Höhepunkt mit Gewinn verkaufen. Opfer sind diejenigen, die zu spät im Anstieg zu teuer einsteigen und/oder nach dem Absturz einen Haufen wertlosen Coins haben.

Pump & Dump Scams – Erkennen. Vermeiden.

 

Pump and Dump Betrug ist so alt wie die Aktienmärkte selber und überall verboten. Berühmte Pump and Dumps waren Stratton Oakmont (1989-1996) – hauptsächlich durch den Film „The Wolf of Wall Street“ – und Enron (1985-2001). In Kryptowährungen kommen Pump and Dumps noch sehr viel vor und können aufgrund fehlender Gesetzgebung noch nicht wirklich bekämpft werden. Nur die Werbung für P&Ds dürfte in nächster Zeit etwas abnehmen, da die meisten sozialen Plattformen Krypto-Werbung generell immer mehr wehren.

Was sind Pump and Dumps?

Pump and Dumps bestehen aus unterschiedlichen Phasen. Nach der Vorbereitung des Scams kommt zunächst die Pump- und danach die Dump-Phase.

Vorbereitung

Zunächst muss jemand auf die Idee kommen und den Scam vorbereiten. Eine Person oder eine kleine Kerngruppe macht einen Chat auf, in dem sich viele Menschen mehr oder weniger anonym anmelden können. Beliebte Kanäle sind Discord und Telegram, da hier uneingeschränkt viele Teilnehmer einsteigen können, ohne dass sie ihren Namen oder ihre Telefonnummer preisgeben müssen.

Die nächste und größte Aufgabe ist es, so viel wie möglich Mitglieder zu sammeln. Um einen kleinen Altcoin zu pumpen braucht eine Gruppe (laut The Outline) mindestens 2.000 Mitglieder. Die meisten Pump and Dump Gruppen sind aber bedeutend größer mit 30.000-200.000 Teilnehmern. Um so viele Menschen zu erreichen, werden alle denkbaren online Mittel eingesetzt. Anzeigen, Banner, Facebook und andere social Posts – alles was mit ein paar Klicks eingerichtet werden kann, wird auch benutzt.

Pump and Dump Gruppen sind manchmal kostenlos, aber viele verlangen eine Gebühr, bevor der Channel freigegeben wird. Da die versprochenen Gewinne sehr hoch sind, sind auch viele Menschen bereit, ordentlich für die P&D Informationen zu bezahlen. So verdienen die Organisatoren unabhängig vom tatsächlichen Scam sowieso einen gewissen Betrag.

Oft werden die Teilnehmer auch in Stufen sortiert. Wer in den höheren Stufen ist, wird früher über den Ablauf der Pump and Dump informiert – mehr dazu unter „Wer profitiert“. Teilnehmer können sich durch höhere Einzahlungen in die Stufen hereinkaufen oder durch ein Referral Programm ihre Position verbessern. Je mehr neue Teilnehmer sich über eine Person in der Gruppe anmelden, desto höher wird die Person eingestuft. Referrals sind an sich nichts Schlimmes, aber irgendwie gibt es kaum Scams ohne.

BitConneeeeeeect!

Carlos Matos

Pump Phase

Wenn die Gruppe groß genug ist, bestimmen die Organisatoren, welchen Coin sie auf welcher Exchange pumpen wollen. Auch werden der Zeitpunkt und der Zielwert festgelegt. Je nachdem, wie die Gruppe strukturiert ist, werden alle Informationen zentral geteilt oder eben stufenweise freigegeben.

Um nicht von irgendwelchen Bots erwischt zu werden, können Infos auch in Teilen oder als Bilddatei gepostet werden. Ein komplett frei erfundenes Beispiel wäre:

 

„In acht Stunden und 34 Minuten geht es los:
Moskau 18:03 MSK, Berlin 17:03 CET, London 16:03 GMT, New York 11:03 EDT“

 

Der Name des Coins wird aus Sicherheitsgründen in drei Zeilen verpackt. Sagen wir, dass es sich um Crappy Example Coin (CEC) handelt, dann würde das im Chat so erscheinen:

Info zum Coin von oben nach unten:

  1. Erste Buchstabe
  2. Zweite Buchstabe
  3. Dritte Buchstabe

  1. C
  2. E
  3. C

 

Dann braucht es noch eine Exchange Plattform – Cryptoexchangy.com – und den Zielwert. Dieser und der momentane Wert werden in der Regel in BTC und in ETH angezeigt.

 

Jetzt:     0.00618 (BTC)                  Ziel:       0.00190 (BTC)

Jetzt:     0.006850 (ETH)               Ziel:       0.021000 (ETH)

 

Ab diesem Punkt muss so viel wie möglich Wirbel rund um Crappy Example Coin gemacht werden. Es tauchen also wieder Anzeigen, Posts und fake news auf. Manche Scammer betreiben auch gefälschte social media Accounts, die wie Accounts von Promis aussehen. Dieses Problem spielt insbesondere bei Twitter eine Rolle, auch wenn es die Plattform unterbinden möchte. So könnte zum Beispiel ein Tweet von @CrappyExampleCoinn erscheinen, obwohl der echte Account natürlich @CrappyExampleCoin mit nur einem ‚n‘ am Ende ist.

Tweet von einem Fake Account. Sowieso niemals auf ein Logo mit Comic Sans vertrauen 😛

Wer gut und rechtzeitig informiert worden ist, kann also um genau 17:03 Uhr (pump o’clock) auf Cryptoexchangy so viel wie möglich Crappy Example Coins kaufen. Der plötzliche Anstieg treibt den Kurs in die Höhe, aber maximal bis zum Zielwert von 0.00190 BTC bzw. 0.021000 ETH.

 

Dump Phase

Im Idealfall sollte die Spitze des Kurses bei der Pump and Dump genau den Zielwert treffen. Trader mit Insiderwissen können an diesem Punkt verkaufen. Ihnen ist ja bewusst, dass die Gruppe jetzt den Coin wieder dumpt. Investoren, die keine Ahnung davon haben, dass der Preis vom Crappy Example Coin manipuliert wurde, sehen eine steigende Linie und wollen den Zug nicht verpassen.

FOMO!

In der Praxis wird der Zielwert fast nie erreicht. Die meisten Trader werden vorher schon hibbelig und verkaufen, um einen etwas kleineren, aber zumindest sicheren Gewinn mitzunehmen.

Wenn die Dump-Phase einsetzt, stellt sich heraus, dass hinter dem Pump kein richtiges Investitionskapital steckte. Der Kurs fällt so schnell, wie er gestiegen ist und wer die Coins als letztes gekauft hat steht nun doof da. Auf Englisch nennt man diese Opfer die „Bagholder“. Sie stehen nach einem Überfall mit einer Tasche da und werden von der Polizei verhaftet, während die echten Diebe längst weggerannt sind.

In manchen Pump and Dump Gruppen werden die Teilnehmer auch darauf hingewiesen, wie sie sich bei der Pump and Dump zu verhalten haben:

Um sicher zu gehen, dass sie schnell reagieren können, wird den Teilnehmern empfohlen, so viel wie möglich Kapazität am Rechner freizuhalten. Das heißt, schnelle Browser, keine Programme die nebenbei laufen und vor allem keine Windows Updates oder Streams die Daten ziehen. Auch sollte die Exchange App parallel auf dem Desktop und dem Smart Phone laufen. Erfahrene P&D Teilnehmer setzen selber gar keine Order, sondern programmieren Trading Bots, die bedeutend schneller auf den Kurs reagieren können als Menschen.

Uuuuuuund es ist weg.

 

Die Alternativen

Das Gegenteil von Pump and Dump heißt „Short and Distort“. Hier wird der Preis von einer Aktie oder einem Coin verringert, damit der Betrüger Gewinne macht, indem er shortet.

Celebrity Pumps werden langsam zu einem eigenen Genre. Mit besonderer Vorsicht sind die Ratschläge von John McAfee zu genießen. Der verlangt 25 BTC für seine Teilnahme an Pump & Dumps und setzt seine Bekanntheit und Einfluss auf soziale Medien ein, um mehr Menschen zu erreichen. Bei dem Preis kannst du dir vorstellen, wie viele Gewinne die Organisatoren für ein gutes Geschäft über deinen Rücken machen müssen.

 

Wer profitiert von dem Scam?

Der Kern aus Organisatoren. Nächstes Thema?

Nein, doch nicht ganz so schnell. Das Infoportal Bitfalls hat eine ausführliche Analyse der P&D Gruppen gemacht und dabei berücksichtigt, wer mit dem Scam den meisten Gewinn macht. Wir haben die wichtigste Grafik ins Deutsche übersetzt:

 

Prozente der gewinnbringenden Trades in P&Ds

 

Was sehen wir hier genau? Erstens zeigen die Ringe die unterschiedlichen Teilnehmerkreise einer Pump and Dump. Die Prozentsätze beziehen sich nicht auf Gewinne, sondern auf erfolgreiche Trades, die von den jeweiligen Schichten gesetzt werden können.

 

Gehen wir zunächst auf den Aufbau der Ringe ein.

 

KERN (GELB): ORGANISATOREN – 100% gewinnbringende Trades

Die Organisatoren der Pump and Dump machen immer einen Gewinn. Das liegt daran, dass sie im Vorhinein wissen, um welchen Coin es sich handeln wird und sie die komplette Kontrolle darüber haben, wer die Informationen wann bekommt. Mit diesem Insiderwissen können sie bei jedem Trade davon ausgehen, dass sie einen Gewinn machen.

Darüber hinaus lassen sich die Organisatoren von den Teilnehmern bezahlen. Die Mitgliedschaft in einer Gruppe nah am Kern (hellgrün) kostet in der Regel über 15 BTC, was direkt in die Wallets der Organisatoren fließt.

 

BEZAHLTER INNERER KREIS (HELLGRÜN) – 80% gewinnbringende Trades

Nah an den Organisatoren sind die zahlenden Mitglieder im inneren Kreis. Wie erwähnt wird für die Teilnahme in dieser Schicht in „ernsten“ Gruppen mehr als 15 BTC verlangt. Dafür bekommt diese Gruppe die Informationen direkt zum Start der Pump and Dump von der Organisation. Da sie nicht wissen, welcher Coin als nächstes benutzt wird, können sie nicht an einem Pre-Pump teilnehmen. (Es sei denn, sie bekommen seitens der Organisation geheime Infos.)

Es gibt kaum noch Gruppen im Netz, die neue Mitglieder auf diesem Niveau akzeptieren.

Dieser Kreis verliert viele Trades durch technische Probleme. An sich werden die Teilnehmer frühzeitig gewarnt, so dass sie schnell einsteigen können. Durch langsame Software, kurze Unterbrechungen in der Internetverbindung oder indem die Teilnehmer selber verschlafen, geht jeder fünfte Trade ohne Gewinn oder sogar mit Verlust aus. Mit den übrigen 80% der Trades müssen sowohl die Teilnahmegebühr als auch die schlechten Trades ausgeglichen werden.

 

INNERER KREIS (DUNKELGRÜN) – 50-60% gewinnbringende Trades

 Je nachdem, wie ausführlich die P&D Gruppe gegliedert ist, gehört der innere Kreis im Dunkelgrün zum bezahlten inneren Kreis oder bildet eine eigene Stufe. Für den Zugang in diesen Kreis wird von den meisten Gruppe zwischen 1 und 10 BTC verlangt. Das ist zwar viel Geld, aber im Vergleich zu den Preisen im Hellgrünen nicht so beeindruckend. Wer heutzutage einer Gruppe beitritt, landet in der Regel in diesem oder dem nächsten (roten) Kreis.

Der innere Kreis bekommt Informationen zu einer Pump and Dump etwa 5-6 Sekunden nach dem bezahlten inneren Kreis. Das bedeutet, dass die Teilnehmer immer noch rechtzeitig am Start sein können, aber der Pump bereits eingesetzt hat. Im Schnitt bringen für diese Gruppe die Hälfte bis 60% der gesetzten Trades einen Gewinn. Auch hier ist also ein relativ hoher Einsatz notwendig, um eventuelle Verluste und die Kosten für den Zugang zurückzuverdienen.

 

BEZAHLTER ÄUSSERER KREIS (ROT) – 25% gewinnbringende Trades

Der bezahlte äußere Kreis ist die niedrigste Stufe, für die Teilnehmer eine Gebühr zahlen. In der Regel liegt diese zwischen 0.1 und 1 BTC. In diesem Kreis werden die Informationen zum Coin etwa 5-10 Sekunden nach dem Start freigegeben. Für garantierte Gewinne ist dies in der Regel schon zu spät, da der Anstieg bereits gut auf dem Weg ist und die ersten Mitglieder der Organisation möglicherweise schon mit dem Dump anfangen.

Dreiviertel der Trades bringen schon keinen Gewinn mehr – wenn die Gruppe nicht zusammenhält und mehrere Teilnehmer bereits vor dem Zielwert aussteigen, sieht es noch schlimmer aus.

 

ÄUSSERER KREIS (DUNKELBLAU) – 15% gewinnbringende Trades

DUMMAUSDERWÄSCHEGUCKER (HELLBLAU) – 10% gewinnbringende Trades

Die unbezahlten Kreise bestehen aus dem äußeren Kreis und den Dummausderwäscheguckern, auf Englisch „Bagholder“. Während der äußere Kreis vielleicht noch nach 15 Sekunden über die Pump & Dump informiert wird, bekommen es die Bagholder erst nach 30 Sekunden mit. Sobald sie einsteigen wollen, tritt meistens gerade die Dump-Phase ein. Das führt dann auch dazu, dass 90% der Trades Verluste einbringen.

Diese beiden Kreise finanzieren die Gewinne der Ringe vor ihnen.

Mache nicht den Denkfehler, dass die Bagholder alle selber über Twitter oder einen anderen Kanal zu den Informationen gekommen sind. Viele Organisatoren pflegen auch die äußeren Kreise und versuchen den Teilnehmern immer wieder das Gefühl zu geben, dass auch sie exklusive Infos bekommen.

 

Was wissen wir jetzt?

Es ist sehr schwierig, in einer Pump and Dump Gewinne zu machen, ohne im Vorhinein große Beträge für den Zugang zu einem inneren Kreis zu bezahlen. Je weiter nach außen, desto geringer die Chance, dass die Kosten ausgeglichen werden oder sogar einen Gewinn gemacht werden kann. Einmal in einer Gruppe, ist es auch nicht so leicht, die eigene Stufe nachzuvollziehen. Natürlich kann im Nachhinein geprüft werden, ob Informationen tatsächlich x Sekunden nach dem Start kamen, aber ob es im nächsten Scam besser oder schlimmer wird, kann niemand garantieren. Auffällig ist aber, wie viele Menschen sich direkt nach der Pump and Dump mit großen Verlusten melden.

Organisatoren können noch mehr Gewinne machen, wenn sie einen Pre-Pump nutzen. Das bedeutet, dass sie vor dem „echten“ Pump bereits größere Mengen vom Coin einkaufen und damit doppelt vom Einstieg der Teilnehmer profitieren. Je nachdem, wie klein das Handelsvolumen vom Coin ist, kann man einen Pre-Pump auch schon im Graphen identifizieren. Pre-Pumps schaden aber dem Vertrauen, das Teilnehmer in den Organisatoren haben. Sie kaufen nämlich die Coins zum Teil von den Organisatoren, die ihnen ja eigentlich helfen sollten. Es hat sich herausgestellt, dass viele P&D Gruppen nur einmal einen richtigen Pump & Dump durchziehen und danach nur noch ihre eigenen Teilnehmer ausnutzen.

Kritik an dieser Methode geht in den Gruppen schnell unter. Das liegt einerseits an der riesigen Menge der Teilnehmer und der entsprechenden Menge der Nachrichten. Andererseits halten viele sich selbst für Verluste verantwortlich und überzeugen sich davon, dass es beim nächsten Mal durch Übung schon besser wird.

 

Wo finden Pump and Dumps statt?

Die klassischen Pump and Dump Scams kommen von den Aktienmärkten und Börsen. Schon vor mehreren Jahrhunderten kamen Betrüger auf die Idee, sogenannte „penny stocks“, englisch für wertlose Aktien, aufzupumpen und mit großen Gewinnen zu verkaufen. Trading mit Insiderwissen ist an den regulierten Märkten schon sehr lange verboten, kann aber im Kryptoversum noch nicht effizient bekämpft werden. Es ist anzunehmen, dass in nächster Zeit immer mehr Gesetze rund um Kryptowährungen verabschiedet werden und demzufolge Pump and Dumps mit digitalen Währungen ebenfalls strafbar werden. Bis dahin wird aber fleißig geworben und gibt es in großen Chatkanälen wie Telegram und Discord sowie auf Facebook unzählige Gruppen, die ganz offen über ihre Strategie und Pläne berichten.

Manchmal heißen die Gruppen direkt Pump & Dump bzw. P&D, manchmal sind die Namen minimal subtiler, wie „Pump & Hodl“ oder „Pump & Chill“. Dass die Organisatoren haargenau wissen, dass sie scammen, zeigt sich in den Beschreibungen. Das lustigste Beispiel kommt von der Seite pumpmycoin.com:

 

pumpmycoin.com legt es nochmal klar dar.

 

„Im Gegensatz zu den anderen Pump and Dump Scams, beobachten wir den Markt…“

Die anderen Scams sind böse. Mache deswegen bei unserem Scam mit.

Lol.

 

Welche Coins sind anfällig?

Für Pump and Dumps werden immer Altcoins verwendet. Beliebt sind relativ neue Coins mit einem niedrigen Kurs und vor allem einem niedrigen Handelsvolumen. Im Rahmen des Scams wird von Shitcoins gesprochen. Der Begriff trifft während des Scams eindeutig zu – der gesteigerte Wert ist eine reine Blase und fällt innerhalb kürzester Zeit – aber manchmal werden auch Coins getroffen, die eigentlich Potential haben. So wurde Genesis Vision (GVT), den wir in unserem eBook zu vielversprechenden Coins 2018 gelistet haben, im Januar zweimal für P&Ds verwendet.

Die extreme Wertsteigerung wird durch das kleine Volumen möglich. Wenn ein Coin nur ein paar ETH Handelsvolumen hat, kann eine Gruppe mit Kapital und weit über 2.000 Mitgliedern ohne Probleme den Kurs verzerren.

In einigen P&D Gruppen stimmen die Mitglieder darüber ab, welcher Coin als nächste attackiert wird. Ausgeschlossen sind die größeren bzw. etablierten Währungen wie Bitcoin und Ether, da kaum eine Gruppe groß genug sein wird, den Kurs im Alleingang zu manipulieren.

 

Welche Exchanges sind anfällig?

An dieser Stelle gehen die Meinungen auseinander. In manchen Artikeln wird behauptet, dass P&Ds nur auf kleineren Exchanges wie HitBTC und Cryptopia stattfinden. Ein anderer Artikel hat aber einen Scam von Big Pump beobachtet, die nur auf Binance unterwegs sind. Wer eine Weile recherchiert, findet die Problematik überall.

Wahrscheinlich sind nur die regulierten Exchanges halbwegs sicher vor Pump and Dumps. Bittrex warnte seine Nutzer bereits explizit vor Marktmanipulationen und wer sich die Nutzerbedingungen durchliest, erkennt die Gefahr: Wer an einem P&D teilnimmt wird gesperrt. Ohne jetzt alle kleingedruckten Texte gelesen zu haben, können wir davon ausgehen, dass alle online Börsen bei Scams mit Accountsperren reagieren.

Woher kommen wir nun an unserer These? Wenn du erwischt wirst, heißt dass bei einigen Exchanges, dass deine Telefonnummer und E-Mail vergiftet sind. Doof, aber kein Weltuntergang. Bei regulierten Börsen musst du aber deine sämtlichen personenbezogenen und finanziellen Daten freigeben und kein vernünftiger Mensch lässt sich mit seinem Klarnamen auf Aktienbetrug ein. Hoffen wir.

 

Warum du nicht mitmachen solltest

Es ist unethisch. Es kann die Reputation von vielversprechenden Coins vernichten. Es wird bald illegal sein. Ach so – und du verlierst höchstwahrscheinlich dein ganzes Geld.

Du kannst dich noch an die Ringe erinnern? Neue Gruppen, die täglich entstehen, bilden oft noch einen zusätzlichen Ring um vorhandene Gruppen. Sie präsentieren sich als neu und toll, aber übernehmen nur Informationen aus einem anderen Scam. Das heißt meistens, dass die Infos mit großer Verzögerung ankommen. Dies führt dazu, dass die Teilnehmer der neuen Gruppe viel zu spät einsteigen und die Gewinne der originalen Gruppe finanzieren. So wird quasi ein neuer Scam auf den letzten Scam gepackt.

Neben der Tatsache, dass du wahrscheinlich nicht im inneren Kreis bist, musst du unter Umständen auch noch die Konsequenzen seitens der Exchange tragen. Teilnehmer an P&Ds werden gesperrt, also kannst du nicht nur dein Geld verlieren, sondern auch deinen ganzen Account.

Warum machen Menschen dann doch immer wieder mit? Es ist der gleiche Effekt wie in einer Lotterie. Wer den großen Gewinn verpasst hat, dem muss nur schmackhaft gemacht werden, dass es beim nächsten Versuch klappen könnte. Bei einer Pump and Dump ist das fast noch einfacher, als bei einer echten Lotterie. Da jeder für sich denkt, dass er den Mechanismus einer Pump and Dump versteht, ist die erneute Teilnahme so verführerisch. „Ich muss nur beim nächsten Mal früher einkaufen/verkaufen/…“ Das System ist aber nicht darauf ausgelegt, Teilnehmer reich zu machen.

Noch schwieriger wird es, dich von Pump and Dumps abzuhalten, wenn die erste geklappt hat. Das bedeutet in der Praxis nicht, dass du hier mit „ehrlichen Scammern“ zu tun hast. In den folgenden Pumps werden dich die Organisatoren höchstwahrscheinlich zu spät informieren und gnadenlos abzocken.

Wenn du aus welchen Gründen auch immer doch an einem P&D Scam teilnehmen willst, verliere dann zumindest nicht das Geld, was diesen Monat deine Miete und dein Essen zahlen soll. Während normales Trading und Hodln deine Finanzen nicht beeinträchtigen dürfen, gilt dies umso mehr für Pump and Dumps.

Lasse am Liebsten einfach die Finger davon.

 

Quellen:

https://btcmanager.com
https://en.wikipedia.org
https://bitfalls.com
https://theoutline.com
http://www.businessinsider.de/

Bilder

Carlos Matos – knowyourmeme.com
Fake Tweet – erstellt mit Simitator
Pump and Dump – Cointrend
Kreise der P&D – Cointrend, inspiriert von Bitfalls
Wir und andere Scams – pumpmycoin.com

 

tldr…?

Doug Polk hat im Januar 2018 ein sehr unterhaltsames Video zum Thema gepostet:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=75&v=QxkvbaCTELQ

 

 

 

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